Stefanie Lorey

Sammeln und Ordnen als Darstellungsform und künstlerische Methode

Sammeln und Ordnen ist in der zeitgenössischen Kunstpraxis kein unbekanntes Begriffspaar, dennoch taucht es vornämlich in der Bildenden Kunst im Zusammenhang mit den Themen KünstlerIn als SammlerIn, Sammeln als Selbstentwurf sowie Sammeln als ästhetische Praxis auf. Als Thematik einer Tätigkeit und Darstellungsweise in performativen Künsten liegt jedoch noch keine genauere Betrachtung vor, obwohl vielen performativen Arbeiten das Thema auf unterschiedlichste Art und Weise inhärent ist.

Deshalb sollen in diesem Forschungsvorhaben performative Praxen und Konzepte, die die Vorgehensweise des Sammeln und Ordnens beinhalten und die ihre Präsentationsform sowohl im Theater als auch im öffentlichen Raum finden, genauer auf ihre unterschiedlichen Sammlungs- und Ordnungsstrategien hin untersucht werden, um hieraus eine künstlerische Methode des Sammelns und Ordnens zu formulieren.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Fragestellung, wie vor Ort vorgefundenes Material in einer performativen Sammlung präsentiert werden muss, um seinen singulären Charakter zu behalten, bzw. welche Methoden notwendig sind, dass das Zerstreute innerhalb einer Versammlung als gleichermaßen Singuläres und Kollektiviertes bestehen kann. Dabei ist eine These, dass die Rahmung eine strenge formale Struktur aufweisen muss, damit das Singuläre seinen Raum finden kann, in dem es sich bewegt.

Eine weitere These ist, dass das Formale nicht – wie häufig angenommen – etwas Distanzschaffendes ist, sondern eine Strategie, die das Material zugänglich macht und näher an die RezipientInnen rückt. Zwischen gesammeltem Material und formaler Struktur der Inszenierung bildet sich so Raum für das wahrnehmende Subjekt, um sich selbst in der Inszenierung zu verorten.

Letztlich soll auch überprüft werden, inwiefern die Forschungsergebnisse ermöglichen, Theaterraum und öffentlichen Raum in Beziehung zu setzen und darüber hinaus Rückschlüsse zu ziehen bezüglich Versammlungsstrategien, die unter anderem in der aktuellen politischen Diskussion um partizipatorische Demokratie verhandelt werden.

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