Martin Nachbar

Zu Fuß in der Stadt. Über die Choreographien leiblicher Raumkonstitution

Elisabeth Konau beschreibt Bewegung als „konstitutiven Bestandteil ‚gelebten’ Raumes“. Christine Weiske bezeichnet Öffentlichkeit als ein Ereignis, „das durch seine Akteure und seine Szenerien stattfindet“. Gehen, das sich fortwährend in der Stadt ereignet und durch das die städtischen Akteure in direkten Kontakt miteinander geraten, eignet in diesem Zusammenhang als subversive Methode, sich Räume nicht nur anzueignen (De Certeau), sondern sie auch performativ zu konstituieren. Das Projekt untersucht, inwieweit Gehen städtische Räume mitgestaltet. Es greift auf Raumtheorien aus Philosophie und Sozialwissenschaften zurück und setzt sie in Bezug zu Theorien des Performativen aus den Performancewissenschaften. Dabei fokussiert sie auf choreographisch-künstlerische Interventionen und untersucht, wie Choreographen und Performancekünstler Gehen im öffentlichen Stadtraum eingesetzt und welche Wirkungen sie damit erzielt haben. Anhand von Untersuchungen aus Tanz- und Performancewissenschaften und den Leibtheorien der Phänomenologie wird untersucht, welchen Einfluss die leiblichen Aspekte des Gehens auf Raumkonstitutionen haben. Außerdem werden durch künstlerische Arbeiten Interventionen im Stadtraum erprobt: Was kann Gehen mit dem öffentlichen Raum anstellen?

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