{"id":698,"date":"2012-07-17T15:45:25","date_gmt":"2012-07-17T14:45:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.versammlung-und-teilhabe.de\/cms\/?p=698"},"modified":"2015-07-23T15:34:55","modified_gmt":"2015-07-23T14:34:55","slug":"inga-reimers-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.versammlung-und-teilhabe.de\/cms\/inga-reimers-2\/","title":{"rendered":"Inga Reimers"},"content":{"rendered":"<h1>Wissen &#8211; Kunst &#8211; Praxis. Zur Greif- und Darstellbarkeit von Kunstwissen und Kunstpraxis<\/h1>\n<p><!--more-->Die Ethnographie stellt insbesondere in der Kulturanthropologie ein zentrales Verfahren dar, mit der ForscherInnen Meinungen und Praxen von Alltagskulturen teilnehmend erforschen. Sie ist dabei weniger eine klar definierte Methode als vielmehr eine Methodensammlung. Ethnographische Verfahren sind dar\u00fcber hinaus auch im Bereich der K\u00fcnstlerischen Forschung zentral. F\u00fcr viele K\u00fcnstlerInnen stellen sie ein wichtiges Methodenset dar, um im Rahmen der k\u00fcnstlerischen Arbeit Material zu einer bestimmten Fragestellung zu erheben.<\/p>\n<p>Ausgehend von meiner Magisterforschung zur Selbstinszenierung des K\u00fcnstlerduos \u201eubermorgen.com\u201c als hybrides Gesamtkunstwerk stellt sich mir die Frage, wie ethnographische Forschung \u00fcber Kunst ihrem hybriden Gegenstand gerecht werden kann, ohne g\u00e4ngige Schemata und Dichotomien zu reproduzieren. Wie k\u00f6nnen Ambivalenzen und Ambiguit\u00e4ten dabei in der ethnographischen Forschung fruchtbar gemacht werden? Wie kann mit Kunst in der Forschung umgegangen werden, wenn sie sich der Untersuchung mit g\u00e4ngigen ethnographischen Methoden wie Befragungen und Beobachtungen entzieht? In einem k\u00fcnstlerisch-forschenden Projekt schafft diese Dissertation eine Versuchsanordnung, in der eben diese Fragen erprobt werden sollen. Dabei wird als ein Aspekt der Kritik an den Vorgehensweisen ethnographischer Forschung die Dominanz des Visuellen aufgegriffen. Denn sowohl in den Wissenschaften als auch in den K\u00fcnsten stehen Visualisierungen und visuelle Formate im Mittelpunkt des Erkenntnis- und Repr\u00e4sentationsprozesses. Der Sehsinn wurde z.B. im Gegensatz zum Taktilen bisher bevorzugt erforscht. Auch (wissenschaftliche) Erkenntnis wird, vor allem in westlichen Kulturen, am ehesten mit dem Sehsinn verbunden: Wissenschaft bringt Licht ins Dunkle. Trotzdem oder gerade deshalb werden u.a. Fragen der Leibhaftigkeit in den letzten Jahren vermehrt diskutiert. Das Verborgene, Nicht-Sichtbare, in Gegenst\u00e4nde und K\u00f6rper Eingeschriebene ist zu einem aufschlussreichen Gegenstand geworden. Als Schlussfolgerung daraus integriert das Dissertationsvorhaben ExpertInnen des Nicht-Visuellen und arbeitet mit blinden K\u00fcnstlerInnen zusammen zum Thema \u201eN\u00e4he und Distanz- Sehen und Tasten\u201c. Die gemeinsame Forschung ist dabei nicht als eine Forschung \u00fcber Blindheit angelegt, sondern strebt eine Forschung mit blinden Akteuren zu Fragen der Nicht-Visualit\u00e4t an. Sie dient als Laboratorium f\u00fcr die \u00fcbergeordnete Frage nach neuen Verfahren innerhalb k\u00fcnstlerisch-wissenschaftlicher Forschung. Diese Frage wird auch in einem wissenschaftlich-analytischen Teil der Arbeit wieder aufgenommen und mit den bisher kaum erforschten Zusammenh\u00e4ngen und auch Widrigkeiten ethnographischer Untersuchungen von k\u00fcnstlerischen Prozessen reflektiert. Dar\u00fcber hinaus wird die Praxis der Versuchsanordnung im Rahmen ethnographischer Forschung diskutiert und der theoretische Rahmen zu nicht-visuellen Verfahrensweisen und Repr\u00e4sentationen in den Kulturwissenschaften geschaffen.<\/p>\n<p>Aktuelle Informationen zur Forschung von Inga Reimers lassen sich hier finden: \u00a0<a title=\"www.taktsinn.org\" href=\"http:\/\/www.taktsinn.org\">www.taktsinn.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissen &#8211; Kunst &#8211; Praxis. Zur Greif- und Darstellbarkeit von Kunstwissen und Kunstpraxis<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.versammlung-und-teilhabe.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/698"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.versammlung-und-teilhabe.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.versammlung-und-teilhabe.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.versammlung-und-teilhabe.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.versammlung-und-teilhabe.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=698"}],"version-history":[{"count":14,"href":"http:\/\/www.versammlung-und-teilhabe.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/698\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1609,"href":"http:\/\/www.versammlung-und-teilhabe.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/698\/revisions\/1609"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.versammlung-und-teilhabe.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=698"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.versammlung-und-teilhabe.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=698"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.versammlung-und-teilhabe.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=698"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}