Begreifen

Aus A-Z der transziplinären Forschung
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Inhaltsverzeichnis

Begreifen als transdisziplinäre Praxis

Etwas zu begreifen, meint, etwas mit dem Verstand zu erfassen und in einen Kontext einzuordnen. Die dem Wort innewohnende Dimension des Be-Greifens, des Tastens und der sinnlichen Erfahrung wird dabei gemeinhin weniger beachtet, was u.a. dem stärkeren Fokus auf den Sehsinn zum Einen und der stärkeren Beschäftigung mit dem Geistigen zum Anderen geschuldet ist. Dabei könnte eine stärkere Fokussierung der sinnlichen, vor allem der haptisch-taktilen Erfahrung eine Möglichkeit sein, sich in der transdisziplinären Forschung niedrigschwellig Problemen oder Phänomenen zu nähern, ist doch der Tastsinn eine anthropologische Universalie in Alltag, Kunst und Forschung. So gibt es zwar seh-, hör- oder körperbehinderte Personen; das Tasten und Fühlen ist jedoch allen Menschen möglich. Die Beschäftigung mit dem Greifen, Tasten und Fühlen eröffnet allerdings gleichzeitig ein Problemfeld, da dieser Bereich schnell persönliche und körperliche Grenzen berührt und überschreitet. Darüber hinaus gibt es bisher wenige fundierte Ansätze zur Dokumentation und Analyse taktiler Daten. Erweitert man das Greifen mit den Händen und schaut auf den übergeordneten Begriff des Fühlens spielen nicht nur die Hände sondern der gesamte Körper eine Rolle bei der Produktion von Erkenntnis. Somit wird hier eine Verbindung zwischen den Bereichen Alltag, wissenschaftlicher Forschung und künstlerischen, performativen Praktiken deutlich. Die Fokussierung des Tastens in diesem Artikel als einer Form der Wahrnehmung geschieht nicht in der Absicht, eine (neue) hierarchische Ordnung der Sinne aufzustellen. Vielmehr basiert die Auswahl des Themas Tasten/Fühlen/Begreifen auf dem Interesse für einen u.a in der Ethnographie und Kunst vernachlässigten Sinn – sowohl auf ProduzentInnen, als auch auf RezipientInnenseite.

Wortklärung: Begreifen und Begriff

Im Etymologischen Wörterbuch des Deutschen wird begreifen von dem althochdeutschen bigrifan, dem mittelhochdeutschen begrifen oder auch dem niederländischen begrijpen abgeleitet, was in seiner ursprünglichen Form „ergreifen, betasten“ oder auch „umfassen, enthalten“ bedeutet. Später wird die Bedeutung des Wortes erweitert, indem sie vom körperlichen Greifen und Fassen auf die geistige Aneignung eines Gegenstands ausgedehnt wird. (Vgl. Braun/Pfeiffer 1989:141) Das große Wörterbuch der deutschen Sprache des DUDEN versteht heute als „Begreifen“ u.a. erstens, dass etwas mit dem Verstand ergriffen wird oder geistig erfasst wird. Zweitens wird das Begreifen als „befühlen, betasten, greifend prüfen“ verstanden. (Vgl. DUDEN 1999:493f) Hieraus wird eine Zweideutigkeit des „Begreifens“ deutlich: Zum Einen umfasst der Begriff den geistigen Prozess des Verstehens, der weitaus häufiger verwendet wird, und zum Anderen den Prozess des körperlichen, taktil-haptischen Be-fühlens. Beide Varianten zielen auf das Erfassen und Verstehen von Lebenswelt ab. Im direkten Vergleich der beiden Verfahren könnte jedoch das taktil-haptische Begreifen dem Verstehen vorangestellt werden: „Dem Begriff geht das Begreifen voraus“.(Vgl. Liechti 2000:51)

Begreifen als Verfahren : Körper, Wahrnehmung und Erkenntnis

Bei der Beschäftigung mit den menschlichen Sinnen im Zuge der Konstruktion von Erkenntnis spielt immer das Verhältnis zwischen Körper, Geist und Umwelt eine Rolle. Für den Tastsinn stehen vor allem die Hände als Wahrnehmungsorgane im Vordergrund, doch auch die Haut an sich, die Lippen und die Zunge sind sowohl für das aktiv-haptische Tasten als auch für das passiv-taktile Erleben empfänglich. Insbesondere dann, wenn der Tastsinn im Mittelpunkt steht, rücken Konzepte von Körper und Leiblichkeit in den Vordergrund. Das Tasten geht immer vom eigenen, subjektiven Körper aus und mit der Bewegung im Raum einher. Das in den Körper, die Bewegungen und auch den Geist eingeschriebene Wissen stellt die Grundlage des Verstehens bzw. Erkennens durch das Tasten dar. Diese Grundlage ist bei der Verständigung über Haptisch-Taktiles von hoher Bedeutung, da das Sprechen bzw. Schreiben über ein Gefühl nur über Beschreibungen, Symbole und Metaphern, also Repräsentationen, geschehen kann. Es stellt sich die Frage, wie das Be-greifen, also das Fühlen und Tasten, überhaupt in die transdisziplinäre Forschung einbezogen und fruchtbar gemacht werden kann. (Liechti 2005:13) Die Europäische Ethnologin Regina Bendix hat sich mit dem Sinnlichen in der Feldforschungspraxis beschäftigt und verlangt im Zuge dessen „die Berücksichtigung des Körpers der Ethnographin“ (Bendix 2006:79). Sie sieht in protokollierten Körperbeobachtungen während einer Feldforschungssituation eine Ergänzung des ethnographischen Materials und bezieht sich dabei u.a. auf Marcel Mauss und Margaret Mead. Es geht hier also nicht zwangsläufig um die Stärkung eines bestimmten Sinns in der Forschung sondern vielmehr um die Verknüpfung vieler einzelner Aspekte, die eben auch den Körper der Forscherin mit einbeziehen. Taktile Alltagspraktiken, die zwar umstritten sind, aber bei der Beschäftigung mit implizitem Wissen einbezogen werden können, ist beispielsweise das Handauflegen oder auch die Arbeit als so genannter Knochenbrecher. Oft sind diese Praktiken nicht schriftlich festgehalten, sondern werden durch Erzählungen oder als „Gabe“ weitergegeben und sind somit inkorporiert. Diese Beispiele dienen weniger dazu Potentialitäten des Tastsinns zu beschreiben, sondern sie können vielmehr Forschungsfelder aufzeigen, in denen wissenschaftliches Wissen wie das der Schulmedizin anderen Wissensformen gegenübersteht. Im Hinblick auf eine haptisch-orientierte Forschungssituation ist es sicher sinnvoll nicht nur von den be-greifenden Händen auszugehen, sondern den gesamten Hautsinn einzuschließen. Diese Fokussierung im Forschungsprozess erfordert in jedem Fall eine starke Annäherung an das zu Untersuchende und eine verstärkte Achtsamkeit für die einzelne Situation, als wenn vom beobachtenden Auge ausgegangen wird.

Visuelles und Taktiles

Beschäftigt man sich mit dem Begreifen und Fühlen, führt die wissenschaftliche Literatur aber auch die eigene Alltagserfahrung unweigerlich zu einer Beschäftigung mit den menschlichen Sinnen im Allgemeinen und dabei auch immer wieder zu einer Hierarchisierung dieser. Die Literaturwissenschaftlerin Ulrike Zeuch stellt in ihrer Habilitationsschrift zur Umkehr der Sinneshierarchie eine „Entfremdung der Sinne vom Objekt der Wahrnehmung“ fest, welche u.a. durch die „Hierarchisierung und Aufspaltung der Sinne in einzelne Kompetenzbereiche“ hervorgeht (Zeuch 2000:7). An der Spitze dieser Hierarchie stand (und steht) der Sehsinn vor Hör-, Tast- und anderen Sinnen. Insbesondere die Gegenüberstellung von Vernunft und sinnlichem Erfahren führten zu einer Stigmatisierung sinnlicher, nicht-visueller Wahrnehmung als irrational und damit zu einem weitgehenden Ausschluss der nicht-visuellen Sinne aus dem wissenschaftlichen Feld. Ausnahme war hier stets der Sehsinn als „aufgeklärter Sinn“, dessen Verbindung zu den übrigen Sinnen bei der Gewinnung von Erkenntnis kaum diskutiert wurde. Insbesondere Seh- und Tastsinn sind bei der Diskussion der Sinneshierarchie oft als Fern- und Nahsinn gegenübergestellt worden. Allerdings wurde dem Auge neben seiner Fähigkeit zur rationalen und umfassenden Wahrnehmung gleichzeitig die größte Anfälligkeit für Täuschungen zugeschrieben, wohingegen der Tastsinn als fast untäuschbar und damit am ehesten in der Lage galt, Wirklichkeit zu erfassen. (Vgl. Zeuch 2000:16f) Weitere kulturell geprägten Zuschreibungen insbesondere an den Seh- und Tastsinn lassen sich auch in Metaphern und alltagssprachlichen Ausdrücken erkennen: So wird beim Forschen Licht ins Dunkle gebracht und das Sehen dabei als erkenntnisstiftender Sinn gestärkt. Die Hand hingegen wird häufig dann benannt, wenn es um Wahrheit und Aufrichtigkeit geht: Man gibt jemanden die Hand auf etwas oder legt sie für etwas ins Feuer. Ein weiterer Unterschied der beiden Sinne liegt in der zeitlichen sowie räumlichen Orientierung. Ist es mit dem Auge möglich, binnen Sekundenbruchteilen eine Gestalt, eine Landschaft oder einen Raum zur erfassen, so benötigen die Hände als Hauptorgan der Tastwahrnehmung mehr Zeit, um einzelne Eindrücke zu einem Gesamtbild zu fügen. Insbesondere dann, wenn von einer sehenden Person ausgegangen wird und die beiden Sinne verglichen werden, stellt die Routine des Sehens einen wichtigen Aspekt dar. Das Tasten ist in diesem Zusammenhang eher mit dem Lesen vergleichbar, wobei immer nur einzelne Teile direkt erfasst werden können. (Vgl. Mühleis 2005:96f) Das Erfassen eines Gegenstands mit dem Tastsinn erfordert immer die Bewegung des Körpers zu diesem hin. Die Verbindung zwischen dem Zeitlichen, dem Räumlichen und der Bewegung des Körpers schafft die taktil-kinästhetische Wahrnehmung. Diese Form der Sinneswahrnehmung „ist ein aktives und produktives Mittel sowohl der Aneignung wie der Veränderung von Wirklichkeit.“ (Liechti 2000:42)

Taktile Praxis

Im Folgenden werden zwei Beispiele oder besser zwei Formen des Umgangs mit dem Taktilen/Haptischen in der künstlerischen/kulturellen Praxis vorgestellt. Die Auswahl will weniger einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, als vielmehr einen Ausblick auf die vielschichtige Anwendung des Begreifens in Kunst, Wissenschaft und Alltag geben. Die Beispiele können somit als Anregung zum Weiterdenken verstanden werden.

Taktile/Haptische Kunst │ Blinde Künstler

Trotz der mehrere Jahrhunderte zurückreichenden Geschichte blinder Kunst(-werke) gibt es bis heute keine institutionalisiert-wissenschaftliche blinde Kunstgeschichte und –tradition. (Vgl. Mühleis 2005:21) Die Verteilung blinder Künstlerinnen und vor allem Künstler auf die verschiedenen Künste ist zumindest nach der Dissertationsschrift von Volkmar Mühleis ungleich. Blinde und sehbehinderte KünstlerInnen nutzen vor allem die Bildhauerei als Form des künstlerischen Ausdrucks und wählen somit eine vor allem körperliche, haptische Gestaltungsweise. Dabei dient vor allem der eigene Körper vielen KünstlerInnen als Referenz. Die Hände sind hier in vielen Fällen nicht nur Werkzeuge, um zu einer Vorstellung zu gelangen, sondern nehmen die dem Material/dem Werk innewohnenden Qualität und Aussage wahr. Im Folgenden werden Künstler bzw. Künstlergruppen vorgestellt, die sich auf besondere Weise mit der Rolle des Tastens in ihrer Kunst auseinandergesetzt haben.

  • Johannes Itten und László Moholy-Nagy:

Im Zuge der umfassenden Ausbildung am Bauhaus in den 1920er Jahren plädierten vor allem Johannes Itten für die Malerei und Lázló Moholy-Nagy für die umfassende Schulung und den Einbezug aller Sinne in die künstlerische Arbeit. (Vgl. Mühleis 2005:167f) So fertigten die Studierenden chromatische Reihen von Materialien und so genannte Texturmontagen an, die sie mehrfach betasten mussten bevor sie sie zeichneten. Johannes Itten beabsichtigte damit die Anlage eines inneren Speichers von Tasterinnerungen, die dann in der Zeichnung oder Malerei ohne die Anwesenheit der Gegenstände umgesetzt werden konnten. Moholy-Nagy ging mit seinen Taststudien einen Schritt weiter, indem er forderte, „das Haptische selbst zum Träger künstlerischer Darstellung zu machen“. (Mühleis 2005:171) Die taktile/haptische Lesbarkeit von Werken und Materialien – die Fraktur – und der Zusammenhang des Werks mit dem Raum und der Bewegung des Tastenden wurden insbesondere von Moholy-Nagy untersucht.

  • Flavio Titolo

Der blinde Bildhauer Flavio Titolo thematisiert in seinen Skulpturen und Reliefs sowohl das Tasten als auch das Sehen. Volkmar Mühleis sieht in seinen linear und geometrisch strukturierten Werken eine dialektische Verschränkung des Visuellen und Taktilen sowie des Objekts und der Leere, in dem Sinne, dass beide Aspekte in einem Spannungsfeld nebeneinander existieren wie zum Beispiel in einem Vexierbild. Sein bekanntestes Werk ist die Skulptur Aria, die aus einem übergroßen Gesteinsbrocken besteht, deren Oberfläche durch ein Netz aus Linien strukturiert ist. (Saerberg 2011:188 und Mühleis 2005:231ff)

  • José Grania Moreira

„In keinem anderen Organ ist Selbstreflexion derart verkörpert wie in unseren Händen, die sich gleichzeitig als aktiv berührend und im Berührtwerden empfinden können.“ (Mühleis 2005:92) Der spanische Bildhauer José Grania Moreira stellt dieser Form der taktilen Reflexion seine Skulpturen zur Seite. Der sehbehinderte Künstler will mit seinen Arbeiten aus Holz und Stein explizit ein Angebot für das Tasten und nicht für das Sehen machen und denkt die gleitende Bewegung der Hände bei der Rezeption seiner Formen direkt mit. Diese fließenden Bewegungen der RezipientInnen finden ihre Entsprechung im schweifenden Blick bei der Betrachtung von Kunstwerken und werden von Volkmar Mühleis als „Verdichten von Befindlichkeit“ bezeichnet. (Vgl. Mühleis 2005:93 und Saerberg 2011:187f)

Museumsobjekte, dunkle Dialoge und Sinnenfinsternis

Die im Folgenden genannten Institutionen und Praxen nutzen die Hand als vergewissernde Kraft bei der Betrachtung von Kunst oder anderen Phänomenen: Wenn wir dem Auge nicht (mehr) trauen, nutzen wir unsere Hände/unseren Tastsinn. Um die Rolle des Befühlens von Museumsobjekten zu verstehen und zu erklären bedarf es eines Blickes in die Historie der Museen im deutschen und europäischen Raum. Als erste Museen werden häufig die Schatzkammern von Königen und Fürsten bezeichnet, die sowohl Gemälde und Skulpturen enthielten, als auch kulturhistorische Gegenstände. Diese waren in der Regel keiner größeren Öffentlichkeit zugänglich. Den privilegierten BesucherInnen war im Zuge dessen auch das Anfassen der Exponate möglich. Im Zuge der Entwicklung eines humanistischen Bildungsideals ab dem 18. Jahrhundert wurden immer mehr Museen für ein breiteres Publikum geöffnet. Mit dieser Öffnung veränderten sich aber auch die Regeln für den Umgang der BesucherInnen mit den Exponaten. ArbeiterInnen und KleinbürgerInnen wurden als schmutzig und ungebildet etikettiert und ihnen somit die Kompetenz in Bezug auf die Berührung abgesprochen. Bis heute ist das Berühren von Museumsexponaten – aus konservatorischen Gründen - weitestgehend nur den BesitzerInnen bzw. dem Museumspersonal erlaubt. (Vgl. Saerberg 2011:173) Wobei festzustellen ist, dass vor allem Science Center oder naturkundliche Museen verstärkt auf den Aspekt des Erlebens und Ausprobierens eingehen. Insbesondere künstlerische und kulturhistorische Werke sind aber weiterhin vor allem Anschauungsobjekte. Der Soziologe Siegfried Saerberg konstatiert im Zuge dessen eine „durch Sensoralität konstruierte Machthierarchie“ an deren Spitze der „visuell distanzierte, weiße, erwachsene und nicht-behinderte Blick des schauenden modernen Westeuropäers steht.“ (Saerberg 2011:174) Somit fehlen in den meisten Fällen Beschreibungs-, Analyse- und Darstellungsformen von Museumsdingen, die diesen auf allen sinnlichen Ebenen gerecht werden. Auch die Handlungszusammenhänge, in die diese Dinge eingebettet waren, sind kaum über Text und Visualisierungen hinaus für die BesucherInnen umfassend erfahrbar.

Ein Beispiel für den Bruch mit diesem visuellen, distanzierten Habitus des Museumsbesuchers stellt die Mitte der 1990er Jahre u.a in Hamburg, Köln und Kassel realisierte Ausstellung Sinnenfinsternis dar, in welcher Kunstwerke blinder und sehender KünstlerInnen in einem komplett verdunkelten Raum ausgestellt wurden. Vor allem die tastenden Hände werden hier zum Hauptorgan der Rezeption. Siegfried Saerberg beschreibt für die Ausstellung Sinnenfinsternis eine Veränderung der Bewegung im Raum, wenn der Sehsinn ausgeschaltet ist: Von der schnellen, heftigen ungelenken Bewegung des Körpers und der Hände zu einem be-greifenden gründlichen Tasten. Die Beschreibung der einzelnen Werke orientiert sich an (visuell) bekannten Alltagsgegenständen und konzentriert sich vor allem auf die Erfassung der Materialien. (Vgl. Saerberg 2011:186) Saerberg, der als Kurator an der Ausstellung beteiligt war, bezeichnet diese als eine Form der Heterotopie in dem Sinne, dass sie „vom herrschenden Diskurs [abweicht]“ und sich in ihr „leiblich-multisensorische Erfahrung abspielt.“ (Saerberg 2011:178) Die Ausstellung „Sinnenfinsternis“ ist im Kontext der vor allem in den 2000er Jahren entstandenen Erlebnisräumen u.a. mit dem Namen „Dialog im Dunkeln“ zu sehen. [1]. Hier wird Alltagswelt in vollkommener Dunkelheit inszeniert und mithilfe blinder und sehbehinderter Guides erlebbar gemacht.

Bibliographie

Bendix, Regina (2006). Was über das Auge hinausgeht: Zur Rolle der Sinne in der ethnographischen Forschung. In: Schweizerisches Archiv für Volkskunde 102, S. 71-84

Benjamin, Walter (1973): Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Drei Studien zur Kunstsoziologie. 6. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 40f

Duden, Das grosse Wörterbuch der deutschen Sprache (1999). 3. Aufl. Mannheim: DudenVerlag. S. 493f

Liechti, Martin (2000): Erfahrung am eigenen Leibe. Taktil-kinästhetische Sinneserfahrung als Prozess des Weltbegreifens. Heidelberg: Edition.

Mühleis, Volkmar (2005): Kunst im Sehverlust. München: Wilhelm Fink.

Pfeifer, Wolfgang; Braun, Wilhelm (1989): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Berlin: Akademie-Verlag. S.141

Saerberg, Siegfried (2011). Sensorische Räume und museale Regimes. Von visueller Dominanz zu sensorischer Diversität. In: Anja Tervooren und Jürgen Weber (Hg.): Wege zur Kultur. Barrieren und Barrierefreiheit in Kultur- und Bildungseinrichtungen. 1. Aufl. Köln: Böhlau Köln, S. 171–190

Zeuch, Ulrike (2000): Umkehr der Sinneshierarchie. Herder und die Aufwertung des Tastsinns seit der frühen Neuzeit. Tübingen: Niemeyer.

Anmerkungen

  1. Siehe hierzu u.a. http://www.dialog-im-dunkeln.de/NEW2011/start2.html (zuletzt abgerufen am 11.10.2012)
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