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		<title>A-Z der transziplinären Forschung - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>http://www.versammlung-und-teilhabe.de/az/index.php/A_-_Z_der_transdisziplin%C3%A4ren_Forschung</id>
		<title>A - Z der transdisziplinären Forschung</title>
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				<updated>2013-04-29T11:04:45Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Sibylle Peters: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wissenschaft und Kunst sind heute gleichermaßen gefragt, ihre Expertise stärker als bisher in den Dienst des Forschens aller Mitglieder der Gesellschaft zu stellen, statt stellvertretend für andere das Forschen zu übernehmen. Die performativen Künste haben Erfahrung im Experimentieren mit Teilhabe. Das Graduiertenkolleg ist daher auf die Entwicklung entsprechender Kooperationen ausgerichtet und macht sich die transdisziplinäre Forschung zwischen Kunst, Wissenschaft und Alltagsexpertise zum Programm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch: Wie geht man vor? Welche Verfahren sind entstanden? Was wird zum Modell? Wie lassen sich unterschiedliche Forschungsinteressen kombinieren? Wann verwandelt sich ‚Forschen über’ in ‚Forschen mit’? Wie verbinden sich How-To-Wissen und Analyse, Kritik und Intervention? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zu den konkreten Forschungsvorhaben der Beteiligten arbeiten die Mitglieder des Kollegs gemeinsam mit Gästen aus unserem Netzwerk an der Beantwortung dieser Fragen. Das vorliegende WIKI dient dafür als Tool. Begriffe und Verfahren, die sich im Zusammenhang mit den Forschungsprojekten als wichtig erweisen, werden hier gesammelt und nach und nach anhand von Beispielen erklärt und gemeinsam diskutiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Artikel in diesem WIKI sind work in progress! Sie sind unterschiedlich weit entwickelt und bilden – nach Möglichkeit -  einen aktuellen Diskussionsstand ab. Über die Dauer des Kollegs hinweg wollen wir auf diese Weise erste Bausteine für ein A-Z der transdisziplinären Forschung erarbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== An diesem Wiki arbeiten zur Zeit gemeinsam ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexa Färber,&lt;br /&gt;
Dorothea Griessbach,&lt;br /&gt;
Elise v. Bernstorff,&lt;br /&gt;
Esther‏‎ Pilkington,&lt;br /&gt;
Eva Plischke,&lt;br /&gt;
Gesa Ziemer,&lt;br /&gt;
Gürsoy Dogtas,&lt;br /&gt;
Hannah Kowalski,&lt;br /&gt;
Heike Lueken,&lt;br /&gt;
Hilke Berger,&lt;br /&gt;
Inga Reimers,&lt;br /&gt;
Kerstin Evert,&lt;br /&gt;
Lene Benz,&lt;br /&gt;
Margarita Tsomou,&lt;br /&gt;
Marijke Hoogenboom,&lt;br /&gt;
Martin Nachbar,&lt;br /&gt;
Philipp Wetzel,&lt;br /&gt;
Regula Burri,&lt;br /&gt;
Sandra Noeth,&lt;br /&gt;
Sebastian Matthias,&lt;br /&gt;
Sibylle Peters,&lt;br /&gt;
Stefanie Lorey,&lt;br /&gt;
Sylvi Kretzschmar,&lt;br /&gt;
Ulrike Bergermann,&lt;br /&gt;
Ute Vorkoeper&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Anerkennen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Adressieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Anwenden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Begreifen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Beschreiben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Beweisen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Bezeugen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Dokumentieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Experimentieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Fliehen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Gehen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Haushalten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Inszenieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Intervenieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Interviewen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Kuratieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Mappen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Messen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Partizipieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Präsentieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Prognostizieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Re-Enacten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Reisen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Sammeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Scheitern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Spielen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Teilhaben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Testen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Übertragen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Urteilen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verantworten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verausgaben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Vergleichen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verhandeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verkörpern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Veröffentlichen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Versammeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Vermitteln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Zwingen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hilfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Literaturnachweise]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sibylle Peters</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.versammlung-und-teilhabe.de/az/index.php/Versammeln</id>
		<title>Versammeln</title>
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				<updated>2013-04-29T10:56:26Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Sibylle Peters: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Versammeln als transdisziplinäre Forschungsmethode ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Versammlung ist eine Zusammenkunft, die jemandem/mehreren/vielen eine Stimme verleiht im Sinne einer Autorisierung und / oder Selbstautorisierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‚Eine Stimme verleihen’ ist dabei immer auch als ein medialer  Vorgang zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Vorgang ist gebunden an die Adressierung bzw. Konstituierung einer Gruppe, die eine Zeugenschaft übernimmt. Dies ist häufig, aber nicht immer, eine bestimmte Form von Öffentlichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Räume des Versammelns ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Räume, in denen man sich versammelt: z.B. Bundestag, Platz, Theater, Plenumsraum usw.&lt;br /&gt;
Anderseits kann auch durch das Versammeln ein Versammlungsraum entstehen. &lt;br /&gt;
Versammlungen können ihre Räume  erschaffen. &lt;br /&gt;
Für das Wissen, das durchs Versammeln entsteht, spielen Raum und Zeit eine wesentliche Rolle.&lt;br /&gt;
Versammeln beinhaltet, dass sich eine bestimmte Anzahl von Personen, sei es körperlich oder virtuell zu einer festgelegten, begrenzten Zeit versammeln.&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Kriterium des Versammelns ist die zeitliche Begrenztheit bzw. eine verwandte Form der differenzierten Synchronisierung. Im Gegensatz zum Sammeln, welches meist auf Dauerhaftigkeit, auf das Bewahren angelegt ist, ist bei einer Versammlung immer das Zusammenkommen und wieder Auseinandergehen impliziert. Versammlungen sind demnach temporär. &lt;br /&gt;
Versammlungen haben immer einen Anfang und ein Ende im Sinne eines Zusammenkommens und eines Auseinandergehens. (Frage nach der formalen Rahmung?)&lt;br /&gt;
Das Versammeln findet an Orten statt, die virtueller oder materieller Natur sein können. &lt;br /&gt;
Einige Versammlungen benötigen einen klar definierten Raum um stattzufinden wie Lehrerversammlungen oder Yogaräume, andere können überall stattfinden. Versammlungen unterscheiden sich durch die Flexibilität ihrer Raumnutzung. In wie weit sind immer gleiche Settings, Rituale wichtig? Wird der räumliche Kontext benutzt oder ist der unwichtig? (Occupy)(bzw. UNO) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Raum/das Setting der Versammlung bestimmt unter anderen Aspekten, ob und welches Wissen zur Zirkulation kommt. In einem Hörsaal sind beispielsweise bestimmte Formen der Versammlung nicht möglich, die eine Kneipe ermöglicht und umgekehrt.&lt;br /&gt;
Der Raum bedingt (neben anderen Faktoren) Zugangsmöglichkeiten zur und Ausschluss von der Versammlung. Dies geschieht zum einen durch das Fassungsvermögen und zum anderen durch die innenarchitektonischen Gestaltung des Raumes (Anordnung von Tischen, Stühlen etc.)  Durch die räumliche Anordnung werden Sichtbarkeit und Nichtsichtbarkeit der Beteiligten,  Rollen und Hierarchien mitdefiniert. &lt;br /&gt;
Räume die sich erst durch das Versammeln konstituieren, können dabei genauso ausschließend sein, wie baulich physische Räume. (Schwarzer Block vs Bürgerversammlung)  Solche Räume strukturieren sich oft über die Anordnung von Körpern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtliche Rahmenbedingungen regeln, welche Räume unter welchen Umständen zu Versammlungsorten werden können (Stichwort: Privatisierung des öffentlichen Raums, Räumungen etc.). &lt;br /&gt;
In /durch  öffentliche Versammlungen (wie z. B. Demo) kann Wissen vermittelt werden. Wie wird Wissen dadurch produziert und in Frage gestellt (vgl. Präsentieren)? Wie wird das Versammeln dann mit anderen Methoden gekoppelt (Beispiel: Recht-auf-Stadt-Parade / Interviews). &lt;br /&gt;
In unterschiedlichen Versammlungsräumen werden unterschiedliche Wissensformen angeregt. Räume mit Sprechermikrophonen und Tischen generieren anderes Wissen als Räume mit Schlafsofas oder Demonstrationen.&lt;br /&gt;
Invited Spaces vs Invented spaces&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versammeln als Forschungsverfahren zu begreifen, kann sich damit verbinden, Raumparameter zu verändern und damit neues Wissen generieren.&lt;br /&gt;
Das Theater bietet sich dafür als ein Ort an, da es sich in viele andere Foren verwandeln kann. Dort können Versammlungsstrategien und Parameter übereinandergelegt, miteinander vermischt, neu befragt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Medien und Medialität des Versammelns ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Setzt man das klassische Kopräsenzkriterium für Versammlungen an, lässt sich der Medieneinsatz vor, während und nach der Versammlung unterscheiden. Dann wird sofort deutlich, dass unterschiedliche Medien zugleich die Verhältnisse zwischen dem Vor, dem Während und dem Nach der Versammlung verändern und zwar so grundlegend, dass dabei auch das Kriterium der Kopräsenz als solches in Frage gestellt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man einen weiten Medienbegriff zugrunde, sind Versammlungen immer medial: So werden beispielsweise Sprecherinnen im Zuge ihrer Teilhabe an der Versammlung zu ‚Medien’. In diesem Zusammenhang wäre der Medienbegriff zu Figuren der Stellvertretung und der Repräsentation durch Personen ins Verhältnis zu setzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie steht die Medienentwicklung im Verhältnis zu Versammlungskonventionen? Ob die die Medienentwicklung zu horizontaleren, ‚flüssigeren’, basisdemokratischeren Strukturen führt, ist derzeit eine vieldiskutierte Frage, ein Begehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Planungszeiträume, die Dynamik von Versammlungen verändern sich durch Medien, z. B. Initiator_innen werden unklar, Schwarmlogik greift (jedeR hat das Gefühl, mit aufgerufen zu haben). Damit geht ein Widerstand gegenüber klassischen repräsentativen Strukturen, ein Anspruch auf Selbstrepräsentation einher, eine Vervielfältigung von Teilöffentlichkeiten (z.B. ‚Freunde’ in social media) ist die Folge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie entwickelt sich die Handlungsfähigkeit von Versammlungen im Verhältnis zum Aufbrechen repräsentativer Strukturen? Was geschieht, wenn die bindende Kraft klassischer repräsentativer Strukturen schwindet?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gibt es zu dieser Entwicklung auch eine Gegenbewegung: Eine neue Wertschätzung der geschlossenen Versammlung, der Exklusivität, der Sakralität der Präsenz? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist medial aktualisierbar in einer Versammlung? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie richten Medien die Aufmerksamkeiten der Versammlung ein?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie konditionieren Medien die Aufzeichnung der Versammlung? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Publika des Versammelns === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede öffentliche Versammlung hat ein doppeltes Publikum (intern/ extern, anwesend/abwesend, o.ä.). Die Adressierung des externen oder abwesenden Publikums ist häufig medial vermittelt. Mittlerweile ist aber auch die interne Kommunikation immer stärker medial vermittelt. Dies kann damit einhergehen, dass die Grenzen zwischen internem und externem Publikum verwischen . Über Medien kann darüber hinaus eine Skalierung zwischen internem und externem Publikum stattfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeiten des Versammelns (Notizen) ===&lt;br /&gt;
Ablauf (Redezeiten, Pausenzeiten, Zeiten für Tagesordnungspunkte, quotierte Redeliste, Takeovers, Machtkonstruktion)&lt;br /&gt;
Dominiert werden die Versammlungen vom Verbalen, das Zeigen tritt kaum in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
Die Dauer der Versammlung spielt bei der Art und Weise der Ergebnisproduktion eine wesentliche Rolle. (Papstwahl?)&lt;br /&gt;
Was für Vergangenheitsbezüge, welche Zukunftsbezüge werden in der Versammlung verhandelt? Wie werden diese Dinge in die Gegenwart übersetzt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versammlungen haben immer drei Zeitdimensionen: &lt;br /&gt;
Reflektierend: Dinge werden im Rückblick verhandeln&lt;br /&gt;
Seiend: Entscheidungen über das hier und jetzt&lt;br /&gt;
Orientierend: Man trifft sich in der Gegenwart, um für die Zukunft zu entscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versammlungen lassen sich differenzieren im Hinblick darauf, wie stark die jeweiligen Komponenten ausgebildet sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versammlungen können danach differenziert werden, ob sie eher heterogene oder eher homogene Akteure versammeln. Versammeln als Forschungsverfahren zu begreifen, verbindet sich eher mit Versammlungen von Akteuren, die normalerweise nicht zusammenkommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Begriff]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorarbeit/Fragestellungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Versammeln als transdisziplinäre Praxis (Dokumentation der Diskussion im Kolloquium)&lt;br /&gt;
Dieser Artikel versucht, die Diskussion des Kolloquiums vom 22. Januar 2013 zum Thema &amp;quot;Versammeln&amp;quot; zu dokumentieren. Diese Diskussion hat die folgenden Themenkomplexe und Fragen aufgeworfen, welche u.a. im Rahmen des WiKis weiter bearbeitet werden können und sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Versammeln als Voraussetzung&lt;br /&gt;
Das Versammeln von Menschen und/oder Gegenständen kann eine Voraussetzung für Forschung sein, wenn Wissen und Positionierungen zu diesem Wissen versammelt und ausgetauscht werden sollen. In der Arbeit mit Alltagsexpert_innen steht oft der Umgang mit verkörpertem Wissen im Vordergrund, weshalb die leibliche Präsenz in der Versammlung einen wichtigen Aspekt darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Versammeln als Verfahren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Thesen und Fragen wurden zum Versammeln als Verfahren diskutiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Welchen Mehrwert hat die Versammlung vieler Personen z.B. im Vergleich zu einzelnen, aufeinanderfolgenden Treffen von Einzelnen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*In einer Versammlung zirkuliert zwangsläufig Wissen, indem es von Person zu Person weitergegeben, transformiert oder verstärkt wird. Ist eine Versammlung deshalb immer ein Diskurs? Warum? Warum nicht? Welcher Diskusbegriff liegt dieser Vorstellung zugrunde? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der Raum/das Setting der Versammlung bestimmt unter anderen Aspekten, ob und welches Wissen zur Zirkulation kommt. In einem Hörsaal sind beispielsweise bestimmte Formen der Versammlung nicht möglich, die eine Kneipe ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Wie kommt man von der offensichtlichen Feststellung, dass Versammlung für die Arbeit in und die Realisierung von Projekten notwendig ist (gemeinsame Wissensproduktion, Zuschauer, Interaktion, Alltagsexperten) zum Versammeln als Verfahren. Was kann dieses Verfahren leisten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Welche Rolle spielen Subjekt-Objekt-Beziehungen beim Versammeln: Wer handelt? Wer handelt bewusst so wie er handelt? Wie viele Subjekte gibt es? Wer hat welches Interesse? Gibt es Versammlungen in der Versammlung? Wie stellt sich eine Ordnung der Versammlung her bzw. wer stellt diese Ordnung her?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Welche Wege des Wissens gibt es vor, während und nach der Versammlung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Ein wichtiges Kriterium des Versammelns ist die zeitliche Begrenztheit. Im Gegensatz zum Sammeln, welches meist auf Dauerhaftigkeit, auf das Bewahren angelegt ist, wird bei einer Versammlung ist immer das Zusammenkommen und wieder Auseinandergehen impliziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Was ist der Gegenstand/Trigger der Versammlung? Warum kommen die TeilnehmerInnen überhaupt zusammen? Was ist das Verbindende zwischen den Subjekten/den Akteuren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Was ist zwischen den Akteuren der Versammlung. Hier könnte eventuell der Atmosphären-Begriff weiterführen. So stellt zum Beispiel Gernot Böhme fest, dass man in Atmosphären hineingerät und sie somit nichts Individuelles, Subjektives sind. (Vgl. Böhme 2001: 47) Auf die Versammlung übertragen würde es bedeuten, das der Charakter der Veranstaltung maßgeblich durch die An- und auch Abwesenheit von Personen, Dinge, Materialien etc. bestimmt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Daraus folgt die Frage nach den Dynamiken des Versammelns: Was bestimmt die Handlung der Einzelnen und der Gruppe? Der Groove? Der Schwarm? Die Demokratie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Begriffsklärung==&lt;br /&gt;
*Was passiert wenn die Sammlung zur Versammlung wird: Was bedeutet das „Ver-“ Oft steht die Vorsilbe &amp;quot;Ver-&amp;quot; dafür, dass sich etwas zerstreut, auseinandergeht und ist in vielen Wörtern auch negativ konnotiert, z.B. verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist Versammeln als Tätigkeit immer reflexiv? Kann eine Person etwas versammeln ohne Teil der Versammlung zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliographie==&lt;br /&gt;
Böhme, Gernot (2001). Aisthetik. Vorlesungen über Ästhetik als allgemeine Wahrnehmungslehre. München, Wilhelm Fink.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sibylle Peters</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.versammlung-und-teilhabe.de/az/index.php/Versammeln</id>
		<title>Versammeln</title>
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				<updated>2013-04-29T10:55:45Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Sibylle Peters: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Versammeln als transdisziplinäre Forschungsmethode ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Versammlung ist eine Zusammenkunft, die jemandem/mehreren/vielen eine Stimme verleiht im Sinne einer Autorisierung und / oder Selbstautorisierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‚Eine Stimme verleihen’ ist dabei immer auch als ein medialer  Vorgang zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Vorgang ist gebunden an die Adressierung bzw. Konstituierung einer Gruppe, die eine Zeugenschaft übernimmt. Dies ist häufig, aber nicht immer eine Öffentlichkeit und kann unterschiedlich medial vermittelt sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Räume des Versammelns ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Räume, in denen man sich versammelt: z.B. Bundestag, Platz, Theater, Plenumsraum usw.&lt;br /&gt;
Anderseits kann auch durch das Versammeln ein Versammlungsraum entstehen. &lt;br /&gt;
Versammlungen können ihre Räume  erschaffen. &lt;br /&gt;
Für das Wissen, das durchs Versammeln entsteht, spielen Raum und Zeit eine wesentliche Rolle.&lt;br /&gt;
Versammeln beinhaltet, dass sich eine bestimmte Anzahl von Personen, sei es körperlich oder virtuell zu einer festgelegten, begrenzten Zeit versammeln.&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Kriterium des Versammelns ist die zeitliche Begrenztheit bzw. eine verwandte Form der differenzierten Synchronisierung. Im Gegensatz zum Sammeln, welches meist auf Dauerhaftigkeit, auf das Bewahren angelegt ist, ist bei einer Versammlung immer das Zusammenkommen und wieder Auseinandergehen impliziert. Versammlungen sind demnach temporär. &lt;br /&gt;
Versammlungen haben immer einen Anfang und ein Ende im Sinne eines Zusammenkommens und eines Auseinandergehens. (Frage nach der formalen Rahmung?)&lt;br /&gt;
Das Versammeln findet an Orten statt, die virtueller oder materieller Natur sein können. &lt;br /&gt;
Einige Versammlungen benötigen einen klar definierten Raum um stattzufinden wie Lehrerversammlungen oder Yogaräume, andere können überall stattfinden. Versammlungen unterscheiden sich durch die Flexibilität ihrer Raumnutzung. In wie weit sind immer gleiche Settings, Rituale wichtig? Wird der räumliche Kontext benutzt oder ist der unwichtig? (Occupy)(bzw. UNO) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Raum/das Setting der Versammlung bestimmt unter anderen Aspekten, ob und welches Wissen zur Zirkulation kommt. In einem Hörsaal sind beispielsweise bestimmte Formen der Versammlung nicht möglich, die eine Kneipe ermöglicht und umgekehrt.&lt;br /&gt;
Der Raum bedingt (neben anderen Faktoren) Zugangsmöglichkeiten zur und Ausschluss von der Versammlung. Dies geschieht zum einen durch das Fassungsvermögen und zum anderen durch die innenarchitektonischen Gestaltung des Raumes (Anordnung von Tischen, Stühlen etc.)  Durch die räumliche Anordnung werden Sichtbarkeit und Nichtsichtbarkeit der Beteiligten,  Rollen und Hierarchien mitdefiniert. &lt;br /&gt;
Räume die sich erst durch das Versammeln konstituieren, können dabei genauso ausschließend sein, wie baulich physische Räume. (Schwarzer Block vs Bürgerversammlung)  Solche Räume strukturieren sich oft über die Anordnung von Körpern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtliche Rahmenbedingungen regeln, welche Räume unter welchen Umständen zu Versammlungsorten werden können (Stichwort: Privatisierung des öffentlichen Raums, Räumungen etc.). &lt;br /&gt;
In /durch  öffentliche Versammlungen (wie z. B. Demo) kann Wissen vermittelt werden. Wie wird Wissen dadurch produziert und in Frage gestellt (vgl. Präsentieren)? Wie wird das Versammeln dann mit anderen Methoden gekoppelt (Beispiel: Recht-auf-Stadt-Parade / Interviews). &lt;br /&gt;
In unterschiedlichen Versammlungsräumen werden unterschiedliche Wissensformen angeregt. Räume mit Sprechermikrophonen und Tischen generieren anderes Wissen als Räume mit Schlafsofas oder Demonstrationen.&lt;br /&gt;
Invited Spaces vs Invented spaces&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versammeln als Forschungsverfahren zu begreifen, kann sich damit verbinden, Raumparameter zu verändern und damit neues Wissen generieren.&lt;br /&gt;
Das Theater bietet sich dafür als ein Ort an, da es sich in viele andere Foren verwandeln kann. Dort können Versammlungsstrategien und Parameter übereinandergelegt, miteinander vermischt, neu befragt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Medien und Medialität des Versammelns ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Setzt man das klassische Kopräsenzkriterium für Versammlungen an, lässt sich der Medieneinsatz vor, während und nach der Versammlung unterscheiden. Dann wird sofort deutlich, dass unterschiedliche Medien zugleich die Verhältnisse zwischen dem Vor, dem Während und dem Nach der Versammlung verändern und zwar so grundlegend, dass dabei auch das Kriterium der Kopräsenz als solches in Frage gestellt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man einen weiten Medienbegriff zugrunde, sind Versammlungen immer medial: So werden beispielsweise Sprecherinnen im Zuge ihrer Teilhabe an der Versammlung zu ‚Medien’. In diesem Zusammenhang wäre der Medienbegriff zu Figuren der Stellvertretung und der Repräsentation durch Personen ins Verhältnis zu setzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie steht die Medienentwicklung im Verhältnis zu Versammlungskonventionen? Ob die die Medienentwicklung zu horizontaleren, ‚flüssigeren’, basisdemokratischeren Strukturen führt, ist derzeit eine vieldiskutierte Frage, ein Begehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Planungszeiträume, die Dynamik von Versammlungen verändern sich durch Medien, z. B. Initiator_innen werden unklar, Schwarmlogik greift (jedeR hat das Gefühl, mit aufgerufen zu haben). Damit geht ein Widerstand gegenüber klassischen repräsentativen Strukturen, ein Anspruch auf Selbstrepräsentation einher, eine Vervielfältigung von Teilöffentlichkeiten (z.B. ‚Freunde’ in social media) ist die Folge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie entwickelt sich die Handlungsfähigkeit von Versammlungen im Verhältnis zum Aufbrechen repräsentativer Strukturen? Was geschieht, wenn die bindende Kraft klassischer repräsentativer Strukturen schwindet?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gibt es zu dieser Entwicklung auch eine Gegenbewegung: Eine neue Wertschätzung der geschlossenen Versammlung, der Exklusivität, der Sakralität der Präsenz? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist medial aktualisierbar in einer Versammlung? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie richten Medien die Aufmerksamkeiten der Versammlung ein?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie konditionieren Medien die Aufzeichnung der Versammlung? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Publika des Versammelns === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede öffentliche Versammlung hat ein doppeltes Publikum (intern/ extern, anwesend/abwesend, o.ä.). Die Adressierung des externen oder abwesenden Publikums ist häufig medial vermittelt. Mittlerweile ist aber auch die interne Kommunikation immer stärker medial vermittelt. Dies kann damit einhergehen, dass die Grenzen zwischen internem und externem Publikum verwischen . Über Medien kann darüber hinaus eine Skalierung zwischen internem und externem Publikum stattfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeiten des Versammelns (Notizen) ===&lt;br /&gt;
Ablauf (Redezeiten, Pausenzeiten, Zeiten für Tagesordnungspunkte, quotierte Redeliste, Takeovers, Machtkonstruktion)&lt;br /&gt;
Dominiert werden die Versammlungen vom Verbalen, das Zeigen tritt kaum in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
Die Dauer der Versammlung spielt bei der Art und Weise der Ergebnisproduktion eine wesentliche Rolle. (Papstwahl?)&lt;br /&gt;
Was für Vergangenheitsbezüge, welche Zukunftsbezüge werden in der Versammlung verhandelt? Wie werden diese Dinge in die Gegenwart übersetzt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versammlungen haben immer drei Zeitdimensionen: &lt;br /&gt;
Reflektierend: Dinge werden im Rückblick verhandeln&lt;br /&gt;
Seiend: Entscheidungen über das hier und jetzt&lt;br /&gt;
Orientierend: Man trifft sich in der Gegenwart, um für die Zukunft zu entscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versammlungen lassen sich differenzieren im Hinblick darauf, wie stark die jeweiligen Komponenten ausgebildet sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versammlungen können danach differenziert werden, ob sie eher heterogene oder eher homogene Akteure versammeln. Versammeln als Forschungsverfahren zu begreifen, verbindet sich eher mit Versammlungen von Akteuren, die normalerweise nicht zusammenkommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Begriff]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorarbeit/Fragestellungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Versammeln als transdisziplinäre Praxis (Dokumentation der Diskussion im Kolloquium)&lt;br /&gt;
Dieser Artikel versucht, die Diskussion des Kolloquiums vom 22. Januar 2013 zum Thema &amp;quot;Versammeln&amp;quot; zu dokumentieren. Diese Diskussion hat die folgenden Themenkomplexe und Fragen aufgeworfen, welche u.a. im Rahmen des WiKis weiter bearbeitet werden können und sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Versammeln als Voraussetzung&lt;br /&gt;
Das Versammeln von Menschen und/oder Gegenständen kann eine Voraussetzung für Forschung sein, wenn Wissen und Positionierungen zu diesem Wissen versammelt und ausgetauscht werden sollen. In der Arbeit mit Alltagsexpert_innen steht oft der Umgang mit verkörpertem Wissen im Vordergrund, weshalb die leibliche Präsenz in der Versammlung einen wichtigen Aspekt darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Versammeln als Verfahren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Thesen und Fragen wurden zum Versammeln als Verfahren diskutiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Welchen Mehrwert hat die Versammlung vieler Personen z.B. im Vergleich zu einzelnen, aufeinanderfolgenden Treffen von Einzelnen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*In einer Versammlung zirkuliert zwangsläufig Wissen, indem es von Person zu Person weitergegeben, transformiert oder verstärkt wird. Ist eine Versammlung deshalb immer ein Diskurs? Warum? Warum nicht? Welcher Diskusbegriff liegt dieser Vorstellung zugrunde? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der Raum/das Setting der Versammlung bestimmt unter anderen Aspekten, ob und welches Wissen zur Zirkulation kommt. In einem Hörsaal sind beispielsweise bestimmte Formen der Versammlung nicht möglich, die eine Kneipe ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Wie kommt man von der offensichtlichen Feststellung, dass Versammlung für die Arbeit in und die Realisierung von Projekten notwendig ist (gemeinsame Wissensproduktion, Zuschauer, Interaktion, Alltagsexperten) zum Versammeln als Verfahren. Was kann dieses Verfahren leisten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Welche Rolle spielen Subjekt-Objekt-Beziehungen beim Versammeln: Wer handelt? Wer handelt bewusst so wie er handelt? Wie viele Subjekte gibt es? Wer hat welches Interesse? Gibt es Versammlungen in der Versammlung? Wie stellt sich eine Ordnung der Versammlung her bzw. wer stellt diese Ordnung her?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Welche Wege des Wissens gibt es vor, während und nach der Versammlung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Ein wichtiges Kriterium des Versammelns ist die zeitliche Begrenztheit. Im Gegensatz zum Sammeln, welches meist auf Dauerhaftigkeit, auf das Bewahren angelegt ist, wird bei einer Versammlung ist immer das Zusammenkommen und wieder Auseinandergehen impliziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Was ist der Gegenstand/Trigger der Versammlung? Warum kommen die TeilnehmerInnen überhaupt zusammen? Was ist das Verbindende zwischen den Subjekten/den Akteuren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Was ist zwischen den Akteuren der Versammlung. Hier könnte eventuell der Atmosphären-Begriff weiterführen. So stellt zum Beispiel Gernot Böhme fest, dass man in Atmosphären hineingerät und sie somit nichts Individuelles, Subjektives sind. (Vgl. Böhme 2001: 47) Auf die Versammlung übertragen würde es bedeuten, das der Charakter der Veranstaltung maßgeblich durch die An- und auch Abwesenheit von Personen, Dinge, Materialien etc. bestimmt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Daraus folgt die Frage nach den Dynamiken des Versammelns: Was bestimmt die Handlung der Einzelnen und der Gruppe? Der Groove? Der Schwarm? Die Demokratie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Begriffsklärung==&lt;br /&gt;
*Was passiert wenn die Sammlung zur Versammlung wird: Was bedeutet das „Ver-“ Oft steht die Vorsilbe &amp;quot;Ver-&amp;quot; dafür, dass sich etwas zerstreut, auseinandergeht und ist in vielen Wörtern auch negativ konnotiert, z.B. verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist Versammeln als Tätigkeit immer reflexiv? Kann eine Person etwas versammeln ohne Teil der Versammlung zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliographie==&lt;br /&gt;
Böhme, Gernot (2001). Aisthetik. Vorlesungen über Ästhetik als allgemeine Wahrnehmungslehre. München, Wilhelm Fink.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sibylle Peters</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.versammlung-und-teilhabe.de/az/index.php/Pr%C3%A4sentieren</id>
		<title>Präsentieren</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.versammlung-und-teilhabe.de/az/index.php/Pr%C3%A4sentieren"/>
				<updated>2013-04-09T20:31:45Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Sibylle Peters: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Präsentieren = Forschen?''' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel will herleiten, warum und wie sich das Präsentieren von Wissen als Forschungsverfahren begreifen und betreiben lässt. Ausgangspunkt dafür ist die wissenschaftliche Praxis des Vortragens. In dieser Praxis sind Präsentation und Forschung traditionell eng verbunden und doch in spezifischer Weise voneinander getrennt. Im Folgenden wird diese Trennung kritisch hinterfragt. Anschließend entwerfe ich Präsentieren als ein Verfahren transdisziplinären Forschens zwischen Kunst und Wissenschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vortragsanalyse als Diskursanalyse''' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge sind ein wichtiger und alltäglicher Teil wissenschaftlicher Praxis. Sie dienen dabei häufig als eine Art Interface zu anderen Teilen der wissenschaftlichen Praxis, die als zentral ausgewiesen werden, nämlich diejenigen, in denen das Wissen produziert wird: die Arbeit in Archiven oder im Labor, die Forschung im Feld und in der statistischen Auswertung oder am Rechner als Simulator. Im Vortrag wird demnach Wissen zusammengestellt und vermittelt, das sich im Verweis auf diese Praktiken der Wissensproduktion und der Verifikation als Wissen legitimiert. Um dies zu verdeutlichen, genügt es, sich einmal das Gegenteil vor Augen zu führen. Man stelle sich beispielsweise einen Historiker vor, der in einem Vortrag von einem Forschungsprojekt berichtet. Zunächst geht es um das Auffinden eines historischen Zusammenhangs in einer Reihe von Archiven. Dann setzt sich der Bericht folgendermaßen fort: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Als ich vor sechs Monaten eingeladen wurde, meine bisherigen Ergebnisse auf der Tagung X darzustellen, geriet ich zufällig auf ein Panel mit dem Titel Y. Ich stellte mir vor, dass bei diesem Panel der Diskurs Z dominant sein würde. Zuvor wäre ich kaum darauf verfallen, doch tatsächlich erwies sich die Verknüpfung meiner Ergebnisse mit dem Thema Y und dem Diskurs Z als ein Durchbruch für meine Forschung und zwar weil... . Übrigens irrte ich mich und der Diskurs Z war im Panel dann tatsächlich kaum vertreten. Weniger durch die Diskussion, als vielmehr durch eine körperlich spürbare Form mangelnder Resonanz im mittleren Teil meines Vortrags wurde mir daraufhin klar, dass die eigentliche Tragweite meiner These A erst deutlich wird, wenn man zugleich den Kontext B noch einmal erläutert.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
JedeR, der/die Erfahrungen in projektorientierter Forschung gemacht hat, wird zustimmen, dass das hier dargestellte Geschehen durchaus typisch ist – häufig werden Präsentationszusammenhänge für den Forschungsprozess produktiv. Dennoch ist ein entsprechender Bericht im Rahmen eines wissenschaftlichen Vortrag überaus unwahrscheinlich. Lässt sich dies ändern? Wie wäre die Produktivität der Wissenspräsentation als Forschungsverfahren zu begreifen und zu beschreiben? &lt;br /&gt;
In seiner berühmten Antrittsvorlesung „Die Ordnung des Diskurses“ spielt Foucault mit dem doppelten Bezug des Wortes Diskurs, das zum einen eine jeweils konkrete, mediale, soziale Ordnung des Sprechens bezeichnet – und zwar im allgemeinen – und zum anderen den Vortrag „Die Ordnung des Diskurses“ selbst.  Ein Prozess der Selbstexemplifikation ist in dieser Antrittsvorlesung im Gange, der die Entfaltung von Erkenntnis vorantreibt: Was regelt die Ordnung des Sprechens in diesem Moment, in dem ich spreche? Für die Diskursanalyse ist das Selbst dieser Selbstexemplifikation allerdings ein fragwürdiger Schauplatz. Und so hat die Diskursanalyse in den vergangenen Jahrzehnten zwar die Kulturwissenschaft als historische Praxis geprägt, nicht jedoch das Szenario des Vortragens verändert. Nichtsdestoweniger ist das, was ich im Folgenden vorschlagen möchte, nichts anderes als eine Diskursanalyse, bezogen jedoch auch auf den konkreten Diskurs, in dem man selbst präsentiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit langem ist die Dominanz des ideengeschichtlichen Paradigmas, das Wissensentwicklung als einen mental gesteuerten Prozess vorstellte, gebrochen. Im Kontext der Diskursanalyse sind neue Forschungsrichtungen, wie die Mediengeschichte des Wissens oder die Geschichte der Experimentalsysteme, entstanden, und haben ein Spektrum von Wissenstechniken offengelegt, die einander beeinflussen, ersetzen, verwenden.  Forschung, so wurde in diesem Zusammenhang immer wieder nachgewiesen, schreibt sich im Versuch der Darstellung fort, weniger also in der Figuration einer ideengesteuerten These, die dann verifiziert würde, sondern eher entlang der Frage: Wie lassen sich wissenschaftliche Erkenntnisse aufzeichnen, aufbewahren, aktualisieren? Wie lässt sich Evidenz produzieren?  &lt;br /&gt;
Forschung ist also immer auch Darstellung. Doch berechtigt uns das zu dem Umkehrschluss, Darstellung sei auch Forschung? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rhetorische und performative Wissenspoiesis''' &lt;br /&gt;
Ein Blick in die Geschichte des wissenschaftlichen Vortrags ist ermutigend: In der Tat steht der Gedanke, dass Darstellung immer auch Forschung sei, im Zentrum des Entstehungszusammenhang der modernen Forschungsuniversität. Man müsse, so formuliert Humboldt, davon ausgehen, dass das Vortragen vor einer Menge mitdenkender Köpfe auch den Vortragenden zu neuen Erkenntnissen beflügelt.  Ergo: Universität statt Akademie – Einheit statt Trennung von Forschung und Lehre. &lt;br /&gt;
Im Umfeld der humboldtschen Universitätsreform häufen sich die Theoreme, wie diese Erkenntnisproduktion im Sinne einer „allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Reden“ im einzelnen vonstatten geht. Dabei spielen Geistesblitze eine Rolle, Auf- und Entladungen – der Übergang zur Theorie von Elektrizität und Physiologie, wie sie sich im 19. Jahrhundert entwickelt, ist fließend.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich ruht die Debatte um die Wissenspoiesis des so genannten freien Vortrags auf rhetorischen Traditionen. Dabei steht der Begriff der Evidentia im Zentrum. Seit der Antike ist der Vortrag im Sinne der rhetorischen Actio mit der Figur der Evidentia verbunden. Evidentia ist dabei zunächst das Maß, in dem ein Vortrag zugleich eine Vergegenwärtigung dessen leistet, wovon er spricht. Ist dieses Maß voll, so kann das Publikum eines Vortrags eine zwingende Beziehung zwischen dem, was gesagt wird und dem, was sich dabei zeigt, bezeugen.  &lt;br /&gt;
Da auch moderne wissenschaftliche Beweisführungen zumindest zum Teil auf den Traditionen rhetorischen Wissens aufruhen, basiert auch wissenschaftliche Evidenz auf dieser seit der Antike bekannten Figur der Evidentia. Man könnte sie als eine Form der performativen Evidenz bezeichnen, die etablierte Figuren des Beweisens und vor Augen Führens in actu mit körperlichen und medialen, affektiven und interaktiven Momenten verbindet.  Im Szenario des Vortrags als Vergegenwärtigung von Wissen wird dies erfahrbar: Welche Beziehungen zwischen Sagen und Zeigen werden hier sichtbar? Wie bringen sie Wissen als Wissen zur Erscheinung? &lt;br /&gt;
Dabei zeigt sich die irreduzible Rhetorizität aller Wahrheitsfindung in neuem Gewande, dem eines performativen Settings, das nicht nur Wort und Wahrheitswert, sondern Körper und Zeichen, Medien und Öffentlichkeiten umschließt. Die Rhetorizität des Wissens zeigt sich als Performativität des Wissens, das zugleich nicht mehr als ursprünglich körperlos gedacht wird, sondern „in Formen der Darstellung und inszenierten Wahrnehmungssituationen, in medialen Praktiken und auf sozialen Handlungsfeldern sowie in der Verschränkung von Künsten und Wissenschaften erst entsteht.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also: Darstellung gleich Forschung?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genau betrachtet ist dieser Umkehrschluss damit noch nicht begründbar, denn gezeigt worden ist lediglich, dass im Prozess der Darstellung Wissen und Erkenntnis entsteht. Die Präsentation von Wissens ist poietisch. Und wer hätte das bezweifeln wollen? Ein wichtiger Schritt bleibt zu tun: Wie kommt man von der wissenspoietischen Situation zum Forschungssetup? &lt;br /&gt;
Diese Frage ist im Grunde nicht schwer zu beantworten: &lt;br /&gt;
Zunächst ist eine Form der Beschreibung, der Aufzeichnung, des Protokolls ist zu etablieren, möglicherweise ein Forschungslogbuch, wie es Ethnograph_innen im Feld verwenden, ein Register, in dem die Forschende das selbst erlebte Geschehen im Zuge von Wissenspräsentationen in möglichst gleichbleibender Form festhält. &lt;br /&gt;
Im nächsten Schritt wären dann einzelne Faktoren des Vortragsgeschehens zu isolieren und begründet zu variieren, um auf diese Weise Experimentalsituationen herzustellen. &lt;br /&gt;
Schließlich braucht es den Austausch und die Vernetzung von Forscher_innen, die mit entsprechenden Experimentalsituationen arbeiten. &lt;br /&gt;
Doch obwohl die nötigen Schritte leicht zu benennen sind, erweist es sich als nahezu unmöglich, sie innerhalb einer gegebenen wissenschaftlichen, also disziplinären Praxis tatsächlich zu gehen. Dies hängt nicht zuletzt mit dem genuin transdisziplinären Charakter zusammen, der die Wissenspoiesis in Präsentationszusammenhängen kennzeichnet. Die Wissenspoiesis der Präsentation speist sich aus einem Kontinuum von Evidenzerfahrungen, das die Grenzen disziplinärer Wissensproduktion notwendig überschreitet und umfasst. Die im Vortragsszenario gewonnen Erkenntnisse sind demnach etwas, das der disziplinären Vernunft notwendig zustößt. Sie haben Ereignischarakter. Nichtsdestoweniger kann man entsprechende Ereignisse hervorrufen, erwarten, auswerten. Nicht jedoch in den immer schon gegebenen Zurichtungen disziplinärer Evidenzproduktion. Habituelle Grenzen kommen hier ins Spiel, die dem Wissen selbst keineswegs äußerlich sind: Wissenschaftliche Vortragspraktiken sind konventionalisiert und stabilisiert, dazu eingerichtet, Aufmerksamkeit auf ganz bestimmte Prozesse der Wissensentstehung zu fokussieren, andere auszublenden. Das Präsentieren von Wissen als Experimentalsystem zu begreifen, erfordert daher eine transdisziplinäre Zusammenarbeit – eine Kooperation zwischen Wissenschaft und Kunst. Nahegelegt wird dies nicht zuletzt durch die Konjunktur, die Wissenspräsentationen und Lecture Performances im Kontext der szenischen Künste in den vergangenen fünfzehn Jahren erfahren haben.  &lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
Szenische Forschung an der Präsentation''' &lt;br /&gt;
Während Forschung und Darstellung im Sinne der Präsentation in der wissenschaftlichen Praxis im allgemeinen als getrennte Register gelten – erst die Forschung dann die Präsentation – steht in der künstlerischen Praxis außer Frage, dass die Arbeit an der Darstellung ein Forschungsprozess, ja, mehr noch: wesentlicher Teil der künstlerischen Forschung ist. Zeitgenössische szenische beziehungsweise performative Kunst geht dabei von der umfassenden Signifikanz all dessen aus, was auf der Szene erscheint. Kein Aspekt szenischer Performanz bleibt von vornherein von Betrachtung und Gestaltung ausgeklammert. Begreift man Präsentationen als Performances von Sagen, Zeigen und ihrer Kombination, umfasst die szenische Aufmerksamkeit idealiter alle möglichen Kombinationen von Sagen und Zeigen im Sinne eines Variationsspektrum. In der transdisziplinären Zusammenarbeit von Kunst und Wissenschaft gilt es daher, den weiten Blick und die entsprechende Gestaltungspalette der szenischen Aufmerksamkeit auf die Voreinstellungen zu beziehen, die Wissenspräsentationen heute prägen. Mit anderen Worten: Um forschungsrelevant zu sein, sollte szenische Variation möglichst präzise und differenziert bei den performativen Faktoren ansetzen, die Wissenspräsentationen außerhalb des Kunstkontexts jeweils ausmachen. Im Folgenden soll dies exemplarisch anhand eines dieser Faktoren – dem der Ansprache ¬– dargestellt werden. &lt;br /&gt;
Wissenspräsentationen richten sich an eine Öffentlichkeit – selten jedoch an eine vermeintlich allgemeine, viel häufiger an ganz bestimmte Öffentlichkeiten, an Fachöffentlichkeiten, an beruflich orientierte Öffentlichkeiten, an Öffentlichkeiten, die sich in einem bestimmten gesellschaftlichen Bereich engagieren, an diverse Bildungsöffentlichkeiten etc. . „Sich Richten An“ ist dabei ein komplexer Vorgang, in dem sowohl das Wissen als auch die entsprechende Öffentlichkeit als solche neu formatiert und partiell erst konstitutiert wird. Wissen und Öffentlichkeit bedingen einander. Im Sich Richten an eine bestimmte Öffentlichkeit wird das Wissen selbst als ein Bestimmtes erst bestimmbar.  Zugleich ist das Adressieren des Wissens aber auch immer ein teilweise imaginärer Vorgang, der die zu adressierende Öffentlichkeit niemals einfach vorfindet, sondern immer auch vorstellt. Im Moment der Adressierung ist die „bestimmte Öffentlichkeit“ immer auch Fiktion.  Die Art der Adressierung prägt das Wissen dabei nicht nur im Sinne beispielsweise der Wortwahl oder der ausgewählten Illustrationen, also im Hinblick auf das, was gesagt wird, und das, was gezeigt wird. Viel grundlegender wirkt sie sich auf das Verhältnis zwischen Gesagtem und Ungesagtem, Gezeigtem und Ungezeigten aus, denn mit der Vorstellung einer bestimmten Öffentlichkeit gehen immer auch Annahmen einher, was bekannt ist und was nicht, was Pointe, was Selbstverständlichkeit ist. In der Ansprache verbinden sich Wissen und Öffentlichkeit daher notwendig zu einer bestimmten Figuration von Evidenz. Auch die Geschichte des Wissens zeigt, das die Entstehung neuer Wissensformen immer mit der Entstehung neuer Öffentlichkeiten verbunden war. &lt;br /&gt;
Eine Präsentation als Ansprache zu beobachten und experimentell zu betreiben, heißt dieses Verhältnis zwischen Gesagtem und Ungesagtem, Gezeigtem und Ungezeigtem als solches zur Erscheinung zu bringen und genau an dieser Grenze neues Wissen zu gewinnen, beispielsweise indem Selbstverständlichkeiten in Pointen verwandelt werden und umgekehrt. &lt;br /&gt;
In der Praxis geschieht dies immer schon, wenn Forscher_innen gezielt unterschiedliche disziplinäre Kontexte aufsuchen, um ihre Thesen einmal an diesen, einmal an jenen Diskurszusammenhang zu richten. Das Feedback der jeweiligen Fachöffentlichkeit besteht dabei vor allem im Ereignis der Differenz zwischen der imaginierten zu adressierenden und der dann tatsächlich adressierten Öffentlichkeit. Es erschüttert Wissensfigurationen durch Grenzkonflikte zwischen Gesagtem und Ungesagtem, Gezeigtem und Vorausgesetztem. Präsentation als Forschung ist dies, sobald es wie im Eingangsbeispiel beschrieben, reflektiert, protokolliert und als Verfahren ernst genommen wird. &lt;br /&gt;
Die Unterschiede gegenüber gängiger wissenschaftlicher Praxis werden größer, sobald man sich gezielt an andere Öffentlichkeiten wendet, an solche also, die bisher nicht Adressat oder Träger des jeweiligen Wissens waren. In so einer neuen Adressierung wird es möglich, auch gegebene Wissensfigurationen neu zu ordnen und zu wenden. Gezielt neue Öffentlichkeiten aufzusuchen, vergrößert auch den Spielraum des Imaginären im Prozess des Adressierens – zwischen Planung und Durchführung fällt das Ereignis der Differenz größer aus. Im Rahmen der szenischen Vortragsperformance kann man in dieser Richtung bis zur Adressierung unwahrscheinlicher, bislang nicht-existenter, also annähernd fiktiver Öffentlichkeiten voranschreiten. Hierzu bedarf es meist der Markierung eines besonderen Rahmens wie beispielsweise in den Clubversammlungen der Autonomen Astronauten oder beim Kongress der Schwarzfahrer.   Wissenspräsentationen etablieren dann eine Öffentlichkeit auf Probe und können so auch ihre epistemischen Figuren am Inter-esse dieser Öffentlichkeit testen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sibylle Peters</name></author>	</entry>

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		<title>Präsentieren</title>
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				<updated>2013-04-09T20:30:48Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Sibylle Peters: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Präsentieren = Forschen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel will herleiten, warum und wie sich das Präsentieren von Wissen als Forschungsverfahren begreifen und betreiben lässt. Ausgangspunkt dafür ist die wissenschaftliche Praxis des Vortragens. In dieser Praxis sind Präsentation und Forschung traditionell eng verbunden und doch in spezifischer Weise voneinander getrennt. Im Folgenden wird diese Trennung kritisch hinterfragt. Anschließend entwerfe ich Präsentieren als ein Verfahren transdisziplinären Forschens zwischen Kunst und Wissenschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vortragsanalyse als Diskursanalyse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge sind ein wichtiger und alltäglicher Teil wissenschaftlicher Praxis. Sie dienen dabei häufig als eine Art Interface zu anderen Teilen der wissenschaftlichen Praxis, die als zentral ausgewiesen werden, nämlich diejenigen, in denen das Wissen produziert wird: die Arbeit in Archiven oder im Labor, die Forschung im Feld und in der statistischen Auswertung oder am Rechner als Simulator. Im Vortrag wird demnach Wissen zusammengestellt und vermittelt, das sich im Verweis auf diese Praktiken der Wissensproduktion und der Verifikation als Wissen legitimiert. Um dies zu verdeutlichen, genügt es, sich einmal das Gegenteil vor Augen zu führen. Man stelle sich beispielsweise einen Historiker vor, der in einem Vortrag von einem Forschungsprojekt berichtet. Zunächst geht es um das Auffinden eines historischen Zusammenhangs in einer Reihe von Archiven. Dann setzt sich der Bericht folgendermaßen fort: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Als ich vor sechs Monaten eingeladen wurde, meine bisherigen Ergebnisse auf der Tagung X darzustellen, geriet ich zufällig auf ein Panel mit dem Titel Y. Ich stellte mir vor, dass bei diesem Panel der Diskurs Z dominant sein würde. Zuvor wäre ich kaum darauf verfallen, doch tatsächlich erwies sich die Verknüpfung meiner Ergebnisse mit dem Thema Y und dem Diskurs Z als ein Durchbruch für meine Forschung und zwar weil... . Übrigens irrte ich mich und der Diskurs Z war im Panel dann tatsächlich kaum vertreten. Weniger durch die Diskussion, als vielmehr durch eine körperlich spürbare Form mangelnder Resonanz im mittleren Teil meines Vortrags wurde mir daraufhin klar, dass die eigentliche Tragweite meiner These A erst deutlich wird, wenn man zugleich den Kontext B noch einmal erläutert.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
JedeR, der/die Erfahrungen in projektorientierter Forschung gemacht hat, wird zustimmen, dass das hier dargestellte Geschehen durchaus typisch ist – häufig werden Präsentationszusammenhänge für den Forschungsprozess produktiv. Dennoch ist ein entsprechender Bericht im Rahmen eines wissenschaftlichen Vortrag überaus unwahrscheinlich. Lässt sich dies ändern? Wie wäre die Produktivität der Wissenspräsentation als Forschungsverfahren zu begreifen und zu beschreiben? &lt;br /&gt;
In seiner berühmten Antrittsvorlesung „Die Ordnung des Diskurses“ spielt Foucault mit dem doppelten Bezug des Wortes Diskurs, das zum einen eine jeweils konkrete, mediale, soziale Ordnung des Sprechens bezeichnet – und zwar im allgemeinen – und zum anderen den Vortrag „Die Ordnung des Diskurses“ selbst.  Ein Prozess der Selbstexemplifikation ist in dieser Antrittsvorlesung im Gange, der die Entfaltung von Erkenntnis vorantreibt: Was regelt die Ordnung des Sprechens in diesem Moment, in dem ich spreche? Für die Diskursanalyse ist das Selbst dieser Selbstexemplifikation allerdings ein fragwürdiger Schauplatz. Und so hat die Diskursanalyse in den vergangenen Jahrzehnten zwar die Kulturwissenschaft als historische Praxis geprägt, nicht jedoch das Szenario des Vortragens verändert. Nichtsdestoweniger ist das, was ich im Folgenden vorschlagen möchte, nichts anderes als eine Diskursanalyse, bezogen jedoch auch auf den konkreten Diskurs, in dem man selbst präsentiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit langem ist die Dominanz des ideengeschichtlichen Paradigmas, das Wissensentwicklung als einen mental gesteuerten Prozess vorstellte, gebrochen. Im Kontext der Diskursanalyse sind neue Forschungsrichtungen, wie die Mediengeschichte des Wissens oder die Geschichte der Experimentalsysteme, entstanden, und haben ein Spektrum von Wissenstechniken offengelegt, die einander beeinflussen, ersetzen, verwenden.  Forschung, so wurde in diesem Zusammenhang immer wieder nachgewiesen, schreibt sich im Versuch der Darstellung fort, weniger also in der Figuration einer ideengesteuerten These, die dann verifiziert würde, sondern eher entlang der Frage: Wie lassen sich wissenschaftliche Erkenntnisse aufzeichnen, aufbewahren, aktualisieren? Wie lässt sich Evidenz produzieren?  &lt;br /&gt;
Forschung ist also immer auch Darstellung. Doch berechtigt uns das zu dem Umkehrschluss, Darstellung sei auch Forschung? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rhetorische und performative Wissenspoiesis &lt;br /&gt;
Ein Blick in die Geschichte des wissenschaftlichen Vortrags ist ermutigend: In der Tat steht der Gedanke, dass Darstellung immer auch Forschung sei, im Zentrum des Entstehungszusammenhang der modernen Forschungsuniversität. Man müsse, so formuliert Humboldt, davon ausgehen, dass das Vortragen vor einer Menge mitdenkender Köpfe auch den Vortragenden zu neuen Erkenntnissen beflügelt.  Ergo: Universität statt Akademie – Einheit statt Trennung von Forschung und Lehre. &lt;br /&gt;
Im Umfeld der humboldtschen Universitätsreform häufen sich die Theoreme, wie diese Erkenntnisproduktion im Sinne einer „allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Reden“ im einzelnen vonstatten geht. Dabei spielen Geistesblitze eine Rolle, Auf- und Entladungen – der Übergang zur Theorie von Elektrizität und Physiologie, wie sie sich im 19. Jahrhundert entwickelt, ist fließend.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich ruht die Debatte um die Wissenspoiesis des so genannten freien Vortrags auf rhetorischen Traditionen. Dabei steht der Begriff der Evidentia im Zentrum. Seit der Antike ist der Vortrag im Sinne der rhetorischen Actio mit der Figur der Evidentia verbunden. Evidentia ist dabei zunächst das Maß, in dem ein Vortrag zugleich eine Vergegenwärtigung dessen leistet, wovon er spricht. Ist dieses Maß voll, so kann das Publikum eines Vortrags eine zwingende Beziehung zwischen dem, was gesagt wird und dem, was sich dabei zeigt, bezeugen.  &lt;br /&gt;
Da auch moderne wissenschaftliche Beweisführungen zumindest zum Teil auf den Traditionen rhetorischen Wissens aufruhen, basiert auch wissenschaftliche Evidenz auf dieser seit der Antike bekannten Figur der Evidentia. Man könnte sie als eine Form der performativen Evidenz bezeichnen, die etablierte Figuren des Beweisens und vor Augen Führens in actu mit körperlichen und medialen, affektiven und interaktiven Momenten verbindet.  Im Szenario des Vortrags als Vergegenwärtigung von Wissen wird dies erfahrbar: Welche Beziehungen zwischen Sagen und Zeigen werden hier sichtbar? Wie bringen sie Wissen als Wissen zur Erscheinung? &lt;br /&gt;
Dabei zeigt sich die irreduzible Rhetorizität aller Wahrheitsfindung in neuem Gewande, dem eines performativen Settings, das nicht nur Wort und Wahrheitswert, sondern Körper und Zeichen, Medien und Öffentlichkeiten umschließt. Die Rhetorizität des Wissens zeigt sich als Performativität des Wissens, das zugleich nicht mehr als ursprünglich körperlos gedacht wird, sondern „in Formen der Darstellung und inszenierten Wahrnehmungssituationen, in medialen Praktiken und auf sozialen Handlungsfeldern sowie in der Verschränkung von Künsten und Wissenschaften erst entsteht.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also: Darstellung gleich Forschung?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genau betrachtet ist dieser Umkehrschluss damit noch nicht begründbar, denn gezeigt worden ist lediglich, dass im Prozess der Darstellung Wissen und Erkenntnis entsteht. Die Präsentation von Wissens ist poietisch. Und wer hätte das bezweifeln wollen? Ein wichtiger Schritt bleibt zu tun: Wie kommt man von der wissenspoietischen Situation zum Forschungssetup? &lt;br /&gt;
Diese Frage ist im Grunde nicht schwer zu beantworten: &lt;br /&gt;
Zunächst ist eine Form der Beschreibung, der Aufzeichnung, des Protokolls ist zu etablieren, möglicherweise ein Forschungslogbuch, wie es Ethnograph_innen im Feld verwenden, ein Register, in dem die Forschende das selbst erlebte Geschehen im Zuge von Wissenspräsentationen in möglichst gleichbleibender Form festhält. &lt;br /&gt;
Im nächsten Schritt wären dann einzelne Faktoren des Vortragsgeschehens zu isolieren und begründet zu variieren, um auf diese Weise Experimentalsituationen herzustellen. &lt;br /&gt;
Schließlich braucht es den Austausch und die Vernetzung von Forscher_innen, die mit entsprechenden Experimentalsituationen arbeiten. &lt;br /&gt;
Doch obwohl die nötigen Schritte leicht zu benennen sind, erweist es sich als nahezu unmöglich, sie innerhalb einer gegebenen wissenschaftlichen, also disziplinären Praxis tatsächlich zu gehen. Dies hängt nicht zuletzt mit dem genuin transdisziplinären Charakter zusammen, der die Wissenspoiesis in Präsentationszusammenhängen kennzeichnet. Die Wissenspoiesis der Präsentation speist sich aus einem Kontinuum von Evidenzerfahrungen, das die Grenzen disziplinärer Wissensproduktion notwendig überschreitet und umfasst. Die im Vortragsszenario gewonnen Erkenntnisse sind demnach etwas, das der disziplinären Vernunft notwendig zustößt. Sie haben Ereignischarakter. Nichtsdestoweniger kann man entsprechende Ereignisse hervorrufen, erwarten, auswerten. Nicht jedoch in den immer schon gegebenen Zurichtungen disziplinärer Evidenzproduktion. Habituelle Grenzen kommen hier ins Spiel, die dem Wissen selbst keineswegs äußerlich sind: Wissenschaftliche Vortragspraktiken sind konventionalisiert und stabilisiert, dazu eingerichtet, Aufmerksamkeit auf ganz bestimmte Prozesse der Wissensentstehung zu fokussieren, andere auszublenden. Das Präsentieren von Wissen als Experimentalsystem zu begreifen, erfordert daher eine transdisziplinäre Zusammenarbeit – eine Kooperation zwischen Wissenschaft und Kunst. Nahegelegt wird dies nicht zuletzt durch die Konjunktur, die Wissenspräsentationen und Lecture Performances im Kontext der szenischen Künste in den vergangenen fünfzehn Jahren erfahren haben.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Szenische Forschung an der Präsentation &lt;br /&gt;
Während Forschung und Darstellung im Sinne der Präsentation in der wissenschaftlichen Praxis im allgemeinen als getrennte Register gelten – erst die Forschung dann die Präsentation – steht in der künstlerischen Praxis außer Frage, dass die Arbeit an der Darstellung ein Forschungsprozess, ja, mehr noch: wesentlicher Teil der künstlerischen Forschung ist. Zeitgenössische szenische beziehungsweise performative Kunst geht dabei von der umfassenden Signifikanz all dessen aus, was auf der Szene erscheint. Kein Aspekt szenischer Performanz bleibt von vornherein von Betrachtung und Gestaltung ausgeklammert. Begreift man Präsentationen als Performances von Sagen, Zeigen und ihrer Kombination, umfasst die szenische Aufmerksamkeit idealiter alle möglichen Kombinationen von Sagen und Zeigen im Sinne eines Variationsspektrum. In der transdisziplinären Zusammenarbeit von Kunst und Wissenschaft gilt es daher, den weiten Blick und die entsprechende Gestaltungspalette der szenischen Aufmerksamkeit auf die Voreinstellungen zu beziehen, die Wissenspräsentationen heute prägen. Mit anderen Worten: Um forschungsrelevant zu sein, sollte szenische Variation möglichst präzise und differenziert bei den performativen Faktoren ansetzen, die Wissenspräsentationen außerhalb des Kunstkontexts jeweils ausmachen. Im Folgenden soll dies exemplarisch anhand eines dieser Faktoren – dem der Ansprache ¬– dargestellt werden. &lt;br /&gt;
Wissenspräsentationen richten sich an eine Öffentlichkeit – selten jedoch an eine vermeintlich allgemeine, viel häufiger an ganz bestimmte Öffentlichkeiten, an Fachöffentlichkeiten, an beruflich orientierte Öffentlichkeiten, an Öffentlichkeiten, die sich in einem bestimmten gesellschaftlichen Bereich engagieren, an diverse Bildungsöffentlichkeiten etc. . „Sich Richten An“ ist dabei ein komplexer Vorgang, in dem sowohl das Wissen als auch die entsprechende Öffentlichkeit als solche neu formatiert und partiell erst konstitutiert wird. Wissen und Öffentlichkeit bedingen einander. Im Sich Richten an eine bestimmte Öffentlichkeit wird das Wissen selbst als ein Bestimmtes erst bestimmbar.  Zugleich ist das Adressieren des Wissens aber auch immer ein teilweise imaginärer Vorgang, der die zu adressierende Öffentlichkeit niemals einfach vorfindet, sondern immer auch vorstellt. Im Moment der Adressierung ist die „bestimmte Öffentlichkeit“ immer auch Fiktion.  Die Art der Adressierung prägt das Wissen dabei nicht nur im Sinne beispielsweise der Wortwahl oder der ausgewählten Illustrationen, also im Hinblick auf das, was gesagt wird, und das, was gezeigt wird. Viel grundlegender wirkt sie sich auf das Verhältnis zwischen Gesagtem und Ungesagtem, Gezeigtem und Ungezeigten aus, denn mit der Vorstellung einer bestimmten Öffentlichkeit gehen immer auch Annahmen einher, was bekannt ist und was nicht, was Pointe, was Selbstverständlichkeit ist. In der Ansprache verbinden sich Wissen und Öffentlichkeit daher notwendig zu einer bestimmten Figuration von Evidenz. Auch die Geschichte des Wissens zeigt, das die Entstehung neuer Wissensformen immer mit der Entstehung neuer Öffentlichkeiten verbunden war. &lt;br /&gt;
Eine Präsentation als Ansprache zu beobachten und experimentell zu betreiben, heißt dieses Verhältnis zwischen Gesagtem und Ungesagtem, Gezeigtem und Ungezeigtem als solches zur Erscheinung zu bringen und genau an dieser Grenze neues Wissen zu gewinnen, beispielsweise indem Selbstverständlichkeiten in Pointen verwandelt werden und umgekehrt. &lt;br /&gt;
In der Praxis geschieht dies immer schon, wenn Forscher_innen gezielt unterschiedliche disziplinäre Kontexte aufsuchen, um ihre Thesen einmal an diesen, einmal an jenen Diskurszusammenhang zu richten. Das Feedback der jeweiligen Fachöffentlichkeit besteht dabei vor allem im Ereignis der Differenz zwischen der imaginierten zu adressierenden und der dann tatsächlich adressierten Öffentlichkeit. Es erschüttert Wissensfigurationen durch Grenzkonflikte zwischen Gesagtem und Ungesagtem, Gezeigtem und Vorausgesetztem. Präsentation als Forschung ist dies, sobald es wie im Eingangsbeispiel beschrieben, reflektiert, protokolliert und als Verfahren ernst genommen wird. &lt;br /&gt;
Die Unterschiede gegenüber gängiger wissenschaftlicher Praxis werden größer, sobald man sich gezielt an andere Öffentlichkeiten wendet, an solche also, die bisher nicht Adressat oder Träger des jeweiligen Wissens waren. In so einer neuen Adressierung wird es möglich, auch gegebene Wissensfigurationen neu zu ordnen und zu wenden. Gezielt neue Öffentlichkeiten aufzusuchen, vergrößert auch den Spielraum des Imaginären im Prozess des Adressierens – zwischen Planung und Durchführung fällt das Ereignis der Differenz größer aus. Im Rahmen der szenischen Vortragsperformance kann man in dieser Richtung bis zur Adressierung unwahrscheinlicher, bislang nicht-existenter, also annähernd fiktiver Öffentlichkeiten voranschreiten. Hierzu bedarf es meist der Markierung eines besonderen Rahmens wie beispielsweise in den Clubversammlungen der Autonomen Astronauten oder beim Kongress der Schwarzfahrer.   Wissenspräsentationen etablieren dann eine Öffentlichkeit auf Probe und können so auch ihre epistemischen Figuren am Inter-esse dieser Öffentlichkeit testen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sibylle Peters</name></author>	</entry>

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