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		<title>A-Z der transziplinären Forschung - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>http://www.versammlung-und-teilhabe.de/az/index.php/A_-_Z_der_transdisziplin%C3%A4ren_Forschung</id>
		<title>A - Z der transdisziplinären Forschung</title>
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				<updated>2013-10-31T08:21:24Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina Böttger: /* Begriffe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wissenschaft und Kunst sind heute gleichermaßen gefragt, ihre Expertise stärker als bisher in den Dienst des Forschens aller Mitglieder der Gesellschaft zu stellen, statt stellvertretend für andere das Forschen zu übernehmen. Die performativen Künste haben Erfahrung im Experimentieren mit Teilhabe. Das Graduiertenkolleg ist daher auf die Entwicklung entsprechender Kooperationen ausgerichtet und macht sich die transdisziplinäre Forschung zwischen Kunst, Wissenschaft und Alltagsexpertise zum Programm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch: Wie geht man vor? Welche Verfahren sind entstanden? Was wird zum Modell? Wie lassen sich unterschiedliche Forschungsinteressen kombinieren? Wann verwandelt sich ‚Forschen über’ in ‚Forschen mit’? Wie verbinden sich How-To-Wissen und Analyse, Kritik und Intervention? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zu den konkreten Forschungsvorhaben der Beteiligten arbeiten die Mitglieder des Kollegs gemeinsam mit Gästen aus unserem Netzwerk an der Beantwortung dieser Fragen. Das vorliegende WIKI dient dafür als Tool. Begriffe und Verfahren, die sich im Zusammenhang mit den Forschungsprojekten als wichtig erweisen, werden hier gesammelt und nach und nach anhand von Beispielen erklärt und gemeinsam diskutiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Artikel in diesem WIKI sind work in progress! Sie sind unterschiedlich weit entwickelt und bilden – nach Möglichkeit -  einen aktuellen Diskussionsstand ab. Über die Dauer des Kollegs hinweg wollen wir auf diese Weise erste Bausteine für ein A-Z der transdisziplinären Forschung erarbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== An diesem Wiki arbeiten zur Zeit gemeinsam ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexa Färber,&lt;br /&gt;
Dorothea Griessbach,&lt;br /&gt;
Elise v. Bernstorff,&lt;br /&gt;
Esther‏‎ Pilkington,&lt;br /&gt;
Eva Plischke,&lt;br /&gt;
Gesa Ziemer,&lt;br /&gt;
Gürsoy Dogtas,&lt;br /&gt;
Hannah Kowalski,&lt;br /&gt;
Heike Lueken,&lt;br /&gt;
Hilke Berger,&lt;br /&gt;
Inga Reimers,&lt;br /&gt;
Katharina Böttger,&lt;br /&gt;
Kerstin Evert,&lt;br /&gt;
Lene Benz,&lt;br /&gt;
Margarita Tsomou,&lt;br /&gt;
Marijke Hoogenboom,&lt;br /&gt;
Martin Nachbar,&lt;br /&gt;
Philipp Wetzel,&lt;br /&gt;
Regula Burri,&lt;br /&gt;
Sandra Noeth,&lt;br /&gt;
Sebastian Matthias,&lt;br /&gt;
Sibylle Peters,&lt;br /&gt;
Stefanie Lorey,&lt;br /&gt;
Sylvi Kretzschmar,&lt;br /&gt;
Ulrike Bergermann,&lt;br /&gt;
Ute Vorkoeper&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Anerkennen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Anwenden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Begreifen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Beschreiben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Bezeugen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Dokumentieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Experimentieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Fliehen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Gehen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Haushalten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Inszenieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Intervenieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Interviewen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Kuratieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Mappen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Messen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Partizipieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Präsentieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Prognostizieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Reisen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Sammeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Scheitern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Spielen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Teilhaben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Übertragen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Urteilen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verantworten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verausgaben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Vergleichen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verhandeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verkörpern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Veröffentlichen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Versammeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Vermitteln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Zwingen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hilfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Literaturnachweise]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina Böttger</name></author>	</entry>

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				<updated>2013-06-03T15:59:31Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina Böttger: /* An diesem Wiki arbeiten zur Zeit gemeinsam */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wissenschaft und Kunst sind heute gleichermaßen gefragt, ihre Expertise stärker als bisher in den Dienst des Forschens aller Mitglieder der Gesellschaft zu stellen, statt stellvertretend für andere das Forschen zu übernehmen. Die performativen Künste haben Erfahrung im Experimentieren mit Teilhabe. Das Graduiertenkolleg ist daher auf die Entwicklung entsprechender Kooperationen ausgerichtet und macht sich die transdisziplinäre Forschung zwischen Kunst, Wissenschaft und Alltagsexpertise zum Programm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch: Wie geht man vor? Welche Verfahren sind entstanden? Was wird zum Modell? Wie lassen sich unterschiedliche Forschungsinteressen kombinieren? Wann verwandelt sich ‚Forschen über’ in ‚Forschen mit’? Wie verbinden sich How-To-Wissen und Analyse, Kritik und Intervention? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zu den konkreten Forschungsvorhaben der Beteiligten arbeiten die Mitglieder des Kollegs gemeinsam mit Gästen aus unserem Netzwerk an der Beantwortung dieser Fragen. Das vorliegende WIKI dient dafür als Tool. Begriffe und Verfahren, die sich im Zusammenhang mit den Forschungsprojekten als wichtig erweisen, werden hier gesammelt und nach und nach anhand von Beispielen erklärt und gemeinsam diskutiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Artikel in diesem WIKI sind work in progress! Sie sind unterschiedlich weit entwickelt und bilden – nach Möglichkeit -  einen aktuellen Diskussionsstand ab. Über die Dauer des Kollegs hinweg wollen wir auf diese Weise erste Bausteine für ein A-Z der transdisziplinären Forschung erarbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== An diesem Wiki arbeiten zur Zeit gemeinsam ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexa Färber,&lt;br /&gt;
Dorothea Griessbach,&lt;br /&gt;
Elise v. Bernstorff,&lt;br /&gt;
Esther‏‎ Pilkington,&lt;br /&gt;
Eva Plischke,&lt;br /&gt;
Gesa Ziemer,&lt;br /&gt;
Gürsoy Dogtas,&lt;br /&gt;
Hannah Kowalski,&lt;br /&gt;
Heike Lueken,&lt;br /&gt;
Hilke Berger,&lt;br /&gt;
Inga Reimers,&lt;br /&gt;
Katharina Böttger,&lt;br /&gt;
Kerstin Evert,&lt;br /&gt;
Lene Benz,&lt;br /&gt;
Margarita Tsomou,&lt;br /&gt;
Marijke Hoogenboom,&lt;br /&gt;
Martin Nachbar,&lt;br /&gt;
Philipp Wetzel,&lt;br /&gt;
Regula Burri,&lt;br /&gt;
Sandra Noeth,&lt;br /&gt;
Sebastian Matthias,&lt;br /&gt;
Sibylle Peters,&lt;br /&gt;
Stefanie Lorey,&lt;br /&gt;
Sylvi Kretzschmar,&lt;br /&gt;
Ulrike Bergermann,&lt;br /&gt;
Ute Vorkoeper&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Anerkennen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Adressieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Anwenden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Begreifen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Beschreiben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Beweisen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Bezeugen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Dokumentieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Experimentieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Fliehen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Gehen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Haushalten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Inszenieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Intervenieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Interviewen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Kuratieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Mappen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Messen]]&lt;br /&gt;
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*[[Partizipieren]]&lt;br /&gt;
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*[[Präsentieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Prognostizieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Re-Enacten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Reisen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Sammeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Scheitern]]&lt;br /&gt;
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*[[Spielen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Teilhaben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Testen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Übertragen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Urteilen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verantworten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verausgaben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Vergleichen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verhandeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verkörpern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Veröffentlichen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Versammeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Vermitteln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Zwingen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hilfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Literaturnachweise]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina Böttger</name></author>	</entry>

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		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina Böttger: /* An diesem Wiki arbeiten zur Zeit gemeinsam */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wissenschaft und Kunst sind heute gleichermaßen gefragt, ihre Expertise stärker als bisher in den Dienst des Forschens aller Mitglieder der Gesellschaft zu stellen, statt stellvertretend für andere das Forschen zu übernehmen. Die performativen Künste haben Erfahrung im Experimentieren mit Teilhabe. Das Graduiertenkolleg ist daher auf die Entwicklung entsprechender Kooperationen ausgerichtet und macht sich die transdisziplinäre Forschung zwischen Kunst, Wissenschaft und Alltagsexpertise zum Programm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch: Wie geht man vor? Welche Verfahren sind entstanden? Was wird zum Modell? Wie lassen sich unterschiedliche Forschungsinteressen kombinieren? Wann verwandelt sich ‚Forschen über’ in ‚Forschen mit’? Wie verbinden sich How-To-Wissen und Analyse, Kritik und Intervention? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zu den konkreten Forschungsvorhaben der Beteiligten arbeiten die Mitglieder des Kollegs gemeinsam mit Gästen aus unserem Netzwerk an der Beantwortung dieser Fragen. Das vorliegende WIKI dient dafür als Tool. Begriffe und Verfahren, die sich im Zusammenhang mit den Forschungsprojekten als wichtig erweisen, werden hier gesammelt und nach und nach anhand von Beispielen erklärt und gemeinsam diskutiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Artikel in diesem WIKI sind work in progress! Sie sind unterschiedlich weit entwickelt und bilden – nach Möglichkeit -  einen aktuellen Diskussionsstand ab. Über die Dauer des Kollegs hinweg wollen wir auf diese Weise erste Bausteine für ein A-Z der transdisziplinären Forschung erarbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== An diesem Wiki arbeiten zur Zeit gemeinsam ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexa Färber,&lt;br /&gt;
Dorothea Griessbach,&lt;br /&gt;
Elise v. Bernstorff,&lt;br /&gt;
Esther‏‎ Pilkington,&lt;br /&gt;
Eva Plischke,&lt;br /&gt;
Gesa Ziemer,&lt;br /&gt;
Gürsoy Dogtas,&lt;br /&gt;
Hannah Kowalski,&lt;br /&gt;
Heike Lueken,&lt;br /&gt;
Hilke Berger,&lt;br /&gt;
Inga Reimers,&lt;br /&gt;
Katharina Böttger&lt;br /&gt;
Kerstin Evert,&lt;br /&gt;
Lene Benz,&lt;br /&gt;
Margarita Tsomou,&lt;br /&gt;
Marijke Hoogenboom,&lt;br /&gt;
Martin Nachbar,&lt;br /&gt;
Philipp Wetzel,&lt;br /&gt;
Regula Burri,&lt;br /&gt;
Sandra Noeth,&lt;br /&gt;
Sebastian Matthias,&lt;br /&gt;
Sibylle Peters,&lt;br /&gt;
Stefanie Lorey,&lt;br /&gt;
Sylvi Kretzschmar,&lt;br /&gt;
Ulrike Bergermann,&lt;br /&gt;
Ute Vorkoeper&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Anerkennen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Adressieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Anwenden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Begreifen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Beschreiben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Beweisen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Bezeugen]]&lt;br /&gt;
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*[[Dokumentieren]]&lt;br /&gt;
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*[[Fliehen]]&lt;br /&gt;
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*[[Gehen]]&lt;br /&gt;
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*[[Haushalten]]&lt;br /&gt;
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*[[Inszenieren]]&lt;br /&gt;
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*[[Intervenieren]]&lt;br /&gt;
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*[[Interviewen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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*[[Re-Enacten]]&lt;br /&gt;
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*[[Reisen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Sammeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Scheitern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Spielen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Teilhaben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Testen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Übertragen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Urteilen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verantworten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verausgaben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Vergleichen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verhandeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Verkörpern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Veröffentlichen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Versammeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Vermitteln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Zwingen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hilfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Literaturnachweise]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina Böttger</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.versammlung-und-teilhabe.de/az/index.php/Begreifen</id>
		<title>Begreifen</title>
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				<updated>2013-06-03T15:58:24Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina Böttger: /* Bibliographie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kategorie:Begriff]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Begreifen als transdisziplinäre Praxis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas zu begreifen, meint, etwas mit dem Verstand zu erfassen und in einen Kontext einzuordnen. Die dem Wort innewohnende Dimension des Be-Greifens, des Tastens und der sinnlichen Erfahrung wird dabei gemeinhin weniger beachtet, was u.a. dem stärkeren Fokus auf den Sehsinn zum Einen und der stärkeren Beschäftigung mit dem Geistigen zum Anderen geschuldet ist. Dabei könnte eine stärkere Fokussierung der sinnlichen, vor allem der haptisch-taktilen Erfahrung eine Möglichkeit sein, sich in der transdisziplinären Forschung niedrigschwellig Problemen oder Phänomenen zu nähern, ist doch der Tastsinn eine anthropologische Universalie in Alltag, Kunst und Forschung. So gibt es zwar seh-, hör- oder körperbehinderte Personen; das Tasten und Fühlen ist jedoch allen Menschen möglich. Die Beschäftigung mit dem Greifen, Tasten und Fühlen eröffnet allerdings gleichzeitig ein Problemfeld, da dieser Bereich schnell persönliche und körperliche Grenzen berührt und überschreitet. Darüber hinaus gibt es bisher wenige fundierte Ansätze zur Dokumentation und Analyse taktiler Daten.&lt;br /&gt;
Erweitert man das Greifen mit den Händen und schaut auf den übergeordneten Begriff des Fühlens spielen nicht nur die Hände sondern der gesamte Körper eine Rolle bei der Produktion von Erkenntnis. Somit wird hier eine Verbindung zwischen den Bereichen Alltag, wissenschaftlicher Forschung und künstlerischen, performativen Praktiken deutlich. Die Fokussierung des Tastens in diesem Artikel als einer Form der Wahrnehmung geschieht nicht in der Absicht, eine (neue) hierarchische Ordnung der Sinne aufzustellen. Vielmehr basiert die Auswahl des Themas Tasten/Fühlen/Begreifen auf dem Interesse für einen u.a in der Ethnographie und Kunst vernachlässigten Sinn – sowohl auf ProduzentInnen, als auch auf RezipientInnenseite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wortklärung: Begreifen und Begriff==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Etymologischen Wörterbuch des Deutschen wird begreifen von dem althochdeutschen bigrifan, dem mittelhochdeutschen begrifen oder auch dem niederländischen begrijpen abgeleitet, was in seiner ursprünglichen Form „ergreifen, betasten“ oder auch „umfassen, enthalten“ bedeutet. Später wird die Bedeutung des Wortes erweitert, indem sie vom körperlichen Greifen und Fassen auf die geistige Aneignung eines Gegenstands ausgedehnt wird. (Vgl. Braun/Pfeiffer 1989:141) Das große Wörterbuch der deutschen Sprache des DUDEN versteht heute als „Begreifen“ u.a. erstens, dass etwas mit dem Verstand ergriffen wird oder geistig erfasst wird. Zweitens wird das Begreifen als „befühlen, betasten, greifend prüfen“ verstanden. (Vgl. DUDEN 1999:493f) &lt;br /&gt;
Hieraus wird eine Zweideutigkeit des „Begreifens“ deutlich: Zum Einen umfasst der Begriff den geistigen Prozess des Verstehens, der weitaus häufiger verwendet wird, und zum Anderen den Prozess des körperlichen, taktil-haptischen Be-fühlens. Beide Varianten zielen auf das Erfassen und Verstehen von Lebenswelt ab. Im direkten Vergleich der beiden Verfahren könnte jedoch das taktil-haptische Begreifen dem Verstehen vorangestellt werden: „Dem Begriff geht das Begreifen voraus“.(Vgl. Liechti 2000:51)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Begreifen als Verfahren : Körper, Wahrnehmung und Erkenntnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Beschäftigung mit den menschlichen Sinnen im Zuge der Konstruktion von Erkenntnis spielt immer das Verhältnis zwischen Körper, Geist und Umwelt eine Rolle. Für den Tastsinn stehen vor allem die Hände als Wahrnehmungsorgane im Vordergrund, doch auch die Haut an sich, die Lippen und die Zunge sind sowohl für das aktiv-haptische Tasten als auch für das passiv-taktile Erleben empfänglich.&lt;br /&gt;
Insbesondere dann, wenn der Tastsinn im Mittelpunkt steht, rücken Konzepte von Körper und Leiblichkeit in den Vordergrund. Das Tasten geht immer vom eigenen, subjektiven Körper aus und mit der Bewegung im Raum einher. Das in den Körper, die Bewegungen und auch den Geist eingeschriebene Wissen stellt die Grundlage des Verstehens bzw. Erkennens durch das Tasten dar. Diese Grundlage ist bei der Verständigung über Haptisch-Taktiles von hoher Bedeutung, da das Sprechen bzw. Schreiben über ein Gefühl nur über Beschreibungen, Symbole und Metaphern, also Repräsentationen, geschehen kann. Es stellt sich die Frage, wie das Be-greifen, also das Fühlen und Tasten, überhaupt in die transdisziplinäre Forschung einbezogen und fruchtbar gemacht werden kann. (Liechti 2005:13) Die Europäische Ethnologin Regina Bendix hat sich mit dem Sinnlichen in der Feldforschungspraxis beschäftigt und verlangt im Zuge dessen „die Berücksichtigung des Körpers der Ethnographin“ (Bendix 2006:79). Sie sieht in protokollierten Körperbeobachtungen während einer Feldforschungssituation eine Ergänzung des ethnographischen Materials und bezieht sich dabei u.a. auf Marcel Mauss und Margaret Mead. Es geht hier also nicht zwangsläufig um die Stärkung eines bestimmten Sinns in der Forschung sondern vielmehr um die Verknüpfung vieler einzelner Aspekte, die eben auch den Körper der Forscherin mit einbeziehen.&lt;br /&gt;
Taktile Alltagspraktiken, die zwar umstritten sind, aber bei der Beschäftigung mit implizitem Wissen einbezogen werden können, ist beispielsweise das Handauflegen oder auch die Arbeit als so genannter Knochenbrecher. Oft sind diese Praktiken nicht schriftlich festgehalten, sondern werden durch Erzählungen oder als „Gabe“ weitergegeben und sind somit inkorporiert. Diese Beispiele dienen weniger dazu Potentialitäten des Tastsinns zu beschreiben, sondern sie können vielmehr Forschungsfelder aufzeigen, in denen wissenschaftliches Wissen wie das der Schulmedizin anderen Wissensformen gegenübersteht. Im Hinblick auf eine haptisch-orientierte Forschungssituation ist es sicher sinnvoll nicht nur von den be-greifenden Händen auszugehen, sondern den gesamten Hautsinn einzuschließen. Diese Fokussierung im Forschungsprozess erfordert in jedem Fall eine starke Annäherung an das zu Untersuchende und eine verstärkte Achtsamkeit für die einzelne Situation, als wenn vom beobachtenden Auge ausgegangen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Visuelles und Taktiles==&lt;br /&gt;
Beschäftigt man sich mit dem Begreifen und Fühlen, führt die wissenschaftliche Literatur aber auch die eigene Alltagserfahrung unweigerlich zu einer Beschäftigung mit den menschlichen Sinnen im Allgemeinen und dabei auch immer wieder zu einer Hierarchisierung dieser. Die Literaturwissenschaftlerin Ulrike Zeuch stellt in ihrer Habilitationsschrift zur Umkehr der Sinneshierarchie eine „Entfremdung der Sinne vom Objekt der Wahrnehmung“ fest, welche u.a. durch die „Hierarchisierung und Aufspaltung der Sinne in einzelne Kompetenzbereiche“  hervorgeht (Zeuch 2000:7). An der Spitze dieser Hierarchie stand (und steht) der Sehsinn vor Hör-, Tast- und anderen Sinnen. Insbesondere die Gegenüberstellung von Vernunft und sinnlichem Erfahren führten zu einer Stigmatisierung sinnlicher, nicht-visueller Wahrnehmung als irrational und damit zu einem weitgehenden Ausschluss der nicht-visuellen Sinne aus dem wissenschaftlichen Feld. Ausnahme war hier stets der Sehsinn als „aufgeklärter Sinn“, dessen Verbindung zu den übrigen Sinnen bei der Gewinnung von Erkenntnis kaum diskutiert wurde. Insbesondere Seh- und Tastsinn sind bei der Diskussion der Sinneshierarchie oft als Fern- und Nahsinn gegenübergestellt worden. Allerdings wurde dem Auge neben seiner Fähigkeit zur rationalen und umfassenden Wahrnehmung gleichzeitig die größte Anfälligkeit für Täuschungen zugeschrieben, wohingegen der Tastsinn als fast untäuschbar und damit am ehesten in der Lage galt, Wirklichkeit zu erfassen. (Vgl. Zeuch 2000:16f) Weitere kulturell geprägten Zuschreibungen insbesondere an den Seh- und Tastsinn lassen sich auch in Metaphern und alltagssprachlichen Ausdrücken erkennen: So wird beim Forschen Licht ins Dunkle gebracht und das Sehen dabei als erkenntnisstiftender Sinn gestärkt. Die Hand hingegen wird häufig dann benannt, wenn es um Wahrheit und Aufrichtigkeit geht: Man gibt jemanden die Hand auf etwas oder legt sie für etwas ins Feuer. &lt;br /&gt;
Ein weiterer Unterschied der beiden Sinne liegt in der zeitlichen sowie räumlichen Orientierung. Ist es mit dem Auge möglich, binnen Sekundenbruchteilen eine Gestalt, eine Landschaft oder einen Raum zur erfassen, so benötigen die Hände als Hauptorgan der Tastwahrnehmung mehr Zeit, um einzelne Eindrücke zu einem Gesamtbild zu fügen. Insbesondere dann, wenn von einer sehenden Person ausgegangen wird und die beiden Sinne verglichen werden, stellt die Routine des Sehens einen wichtigen Aspekt dar. Das Tasten ist in diesem Zusammenhang eher mit dem Lesen vergleichbar, wobei immer nur einzelne Teile direkt erfasst werden können. (Vgl. Mühleis 2005:96f) Das Erfassen eines Gegenstands mit dem Tastsinn erfordert immer die Bewegung des Körpers zu diesem hin. Die Verbindung zwischen dem Zeitlichen, dem Räumlichen und der Bewegung des Körpers schafft die taktil-kinästhetische Wahrnehmung. Diese Form der Sinneswahrnehmung „ist ein aktives und produktives Mittel sowohl der Aneignung wie der Veränderung von Wirklichkeit.“ (Liechti 2000:42)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Taktile Praxis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden zwei Beispiele oder besser zwei Formen des Umgangs mit dem Taktilen/Haptischen in der künstlerischen/kulturellen Praxis vorgestellt. Die Auswahl will weniger einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, als vielmehr einen Ausblick auf die vielschichtige Anwendung des Begreifens in Kunst, Wissenschaft und Alltag geben. Die Beispiele können somit als Anregung zum Weiterdenken verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Taktile/Haptische Kunst │ Blinde Künstler===&lt;br /&gt;
Trotz der mehrere Jahrhunderte zurückreichenden Geschichte blinder Kunst(-werke) gibt es bis heute keine institutionalisiert-wissenschaftliche blinde Kunstgeschichte und –tradition. (Vgl. Mühleis 2005:21) Die Verteilung blinder Künstlerinnen und vor allem Künstler auf die verschiedenen Künste ist zumindest nach der Dissertationsschrift von Volkmar Mühleis ungleich. Blinde und sehbehinderte KünstlerInnen nutzen vor allem die Bildhauerei als Form des künstlerischen Ausdrucks und wählen somit eine vor allem körperliche, haptische Gestaltungsweise. Dabei dient vor allem der eigene Körper vielen KünstlerInnen als Referenz. Die Hände sind hier in vielen Fällen nicht nur Werkzeuge, um zu einer Vorstellung zu gelangen, sondern nehmen die dem Material/dem Werk innewohnenden Qualität und Aussage wahr. Im Folgenden werden Künstler bzw. Künstlergruppen vorgestellt, die sich auf besondere Weise mit der Rolle des Tastens in ihrer Kunst auseinandergesetzt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Johannes Itten und László Moholy-Nagy:&lt;br /&gt;
Im Zuge der umfassenden Ausbildung am Bauhaus in den 1920er Jahren plädierten vor allem Johannes Itten für die Malerei und Lázló Moholy-Nagy für die umfassende Schulung und den Einbezug aller Sinne in die künstlerische Arbeit. (Vgl. Mühleis 2005:167f) So fertigten die Studierenden chromatische Reihen von Materialien und so genannte Texturmontagen an, die sie mehrfach betasten mussten bevor sie sie zeichneten. Johannes Itten beabsichtigte damit die Anlage eines inneren Speichers von Tasterinnerungen, die dann in der Zeichnung oder Malerei ohne die Anwesenheit der Gegenstände umgesetzt werden konnten. Moholy-Nagy ging mit seinen Taststudien einen Schritt weiter, indem er forderte, „das Haptische selbst zum Träger künstlerischer Darstellung zu machen“. (Mühleis 2005:171) Die taktile/haptische Lesbarkeit von Werken und Materialien – die Fraktur – und der Zusammenhang des Werks mit dem Raum und der Bewegung des Tastenden wurden insbesondere von Moholy-Nagy untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Flavio Titolo&lt;br /&gt;
Der blinde Bildhauer Flavio Titolo thematisiert in seinen Skulpturen und Reliefs sowohl das Tasten als auch das Sehen. Volkmar Mühleis sieht in seinen linear und geometrisch strukturierten Werken eine dialektische Verschränkung des Visuellen und Taktilen sowie des Objekts und der Leere, in dem Sinne, dass beide Aspekte in einem Spannungsfeld nebeneinander existieren wie zum Beispiel in einem Vexierbild. Sein bekanntestes Werk ist die Skulptur Aria, die aus einem übergroßen Gesteinsbrocken besteht, deren Oberfläche durch ein Netz aus Linien strukturiert ist. (Saerberg 2011:188 und Mühleis 2005:231ff)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* José Grania Moreira&lt;br /&gt;
„In keinem anderen Organ ist Selbstreflexion derart verkörpert wie in unseren Händen, die sich gleichzeitig als aktiv berührend und im Berührtwerden empfinden können.“ (Mühleis 2005:92) Der spanische Bildhauer José Grania Moreira stellt dieser Form der taktilen Reflexion seine Skulpturen zur Seite. Der sehbehinderte Künstler will mit seinen Arbeiten aus Holz und Stein explizit ein Angebot für das Tasten und nicht für das Sehen machen und denkt die gleitende Bewegung der Hände bei der Rezeption seiner Formen direkt mit. Diese fließenden Bewegungen der RezipientInnen finden ihre Entsprechung im schweifenden Blick bei der Betrachtung von Kunstwerken und werden von Volkmar Mühleis als „Verdichten von Befindlichkeit“ bezeichnet. (Vgl. Mühleis 2005:93 und Saerberg 2011:187f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Museumsobjekte, dunkle Dialoge und Sinnenfinsternis===&lt;br /&gt;
Die im Folgenden genannten Institutionen und Praxen nutzen die Hand als vergewissernde Kraft bei der Betrachtung von Kunst oder anderen Phänomenen: Wenn wir dem Auge nicht (mehr) trauen, nutzen wir unsere Hände/unseren Tastsinn. &lt;br /&gt;
Um die Rolle des Befühlens von Museumsobjekten zu verstehen und zu erklären bedarf es eines Blickes in die Historie der Museen im deutschen und europäischen Raum. Als erste Museen werden häufig die Schatzkammern von Königen und Fürsten bezeichnet, die sowohl Gemälde und Skulpturen enthielten, als auch kulturhistorische Gegenstände. Diese waren in der Regel keiner größeren Öffentlichkeit zugänglich. Den privilegierten BesucherInnen war im Zuge dessen auch das Anfassen der Exponate möglich. Im Zuge der Entwicklung eines humanistischen Bildungsideals ab dem 18. Jahrhundert wurden immer mehr Museen für ein breiteres Publikum geöffnet. Mit dieser Öffnung veränderten sich aber auch die Regeln für den Umgang der BesucherInnen mit den Exponaten. ArbeiterInnen und KleinbürgerInnen wurden als schmutzig und ungebildet etikettiert und ihnen somit die Kompetenz in Bezug auf die Berührung abgesprochen. Bis heute ist das Berühren von Museumsexponaten – aus konservatorischen Gründen - weitestgehend nur den BesitzerInnen bzw. dem Museumspersonal erlaubt. (Vgl. Saerberg 2011:173) Wobei festzustellen ist, dass vor allem Science Center oder naturkundliche Museen verstärkt auf den Aspekt des Erlebens und Ausprobierens eingehen. Insbesondere künstlerische und kulturhistorische Werke sind aber weiterhin vor allem Anschauungsobjekte. Der Soziologe Siegfried Saerberg konstatiert im Zuge dessen eine „durch Sensoralität konstruierte Machthierarchie“ an deren Spitze der „visuell distanzierte, weiße, erwachsene und nicht-behinderte Blick des schauenden modernen Westeuropäers steht.“ (Saerberg 2011:174) Somit fehlen in den meisten Fällen Beschreibungs-, Analyse- und Darstellungsformen von Museumsdingen, die diesen auf allen sinnlichen Ebenen gerecht werden. Auch die Handlungszusammenhänge, in die diese Dinge eingebettet waren, sind kaum über Text und Visualisierungen hinaus für die BesucherInnen umfassend erfahrbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für den Bruch mit diesem visuellen, distanzierten Habitus des Museumsbesuchers stellt die Mitte der 1990er Jahre u.a in Hamburg, Köln und Kassel realisierte Ausstellung Sinnenfinsternis dar, in welcher Kunstwerke blinder und sehender KünstlerInnen in einem komplett verdunkelten Raum ausgestellt wurden. Vor allem die tastenden Hände werden hier zum Hauptorgan der Rezeption. Siegfried Saerberg beschreibt für die Ausstellung Sinnenfinsternis eine Veränderung der Bewegung im Raum, wenn der Sehsinn ausgeschaltet ist: Von der schnellen, heftigen ungelenken Bewegung des Körpers und der Hände zu einem be-greifenden gründlichen Tasten. Die Beschreibung der einzelnen Werke orientiert sich an (visuell) bekannten Alltagsgegenständen und konzentriert sich vor allem auf die Erfassung der Materialien. (Vgl. Saerberg 2011:186) Saerberg, der als Kurator an der Ausstellung beteiligt war, bezeichnet diese als eine Form der Heterotopie in dem Sinne, dass sie „vom herrschenden Diskurs [abweicht]“ und sich in ihr „leiblich-multisensorische Erfahrung abspielt.“ (Saerberg 2011:178)&lt;br /&gt;
Die Ausstellung „Sinnenfinsternis“ ist im Kontext der vor allem in den 2000er Jahren entstandenen Erlebnisräumen u.a. mit dem Namen „Dialog im Dunkeln“ zu sehen. &amp;lt;ref&amp;gt; Siehe hierzu u.a. http://www.dialog-im-dunkeln.de/NEW2011/start2.html (zuletzt abgerufen am 11.10.2012) &amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier wird Alltagswelt in vollkommener Dunkelheit inszeniert und mithilfe blinder und sehbehinderter Guides erlebbar gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliographie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bendix, Regina (2006). Was über das Auge hinausgeht: Zur Rolle der Sinne in der ethnographischen Forschung. In: Schweizerisches Archiv für Volkskunde 102, S. 71-84&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benjamin, Walter (1973): Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Drei Studien zur Kunstsoziologie. 6. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 40f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Duden, Das grosse Wörterbuch der deutschen Sprache (1999). 3. Aufl. Mannheim: DudenVerlag. S. 493f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liechti, Martin (2000): Erfahrung am eigenen Leibe. Taktil-kinästhetische Sinneserfahrung als Prozess des Weltbegreifens. Heidelberg: Edition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mühleis, Volkmar (2005): Kunst im Sehverlust. München: Wilhelm Fink.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfeifer, Wolfgang; Braun, Wilhelm (1989): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Berlin: Akademie-Verlag. S.141&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Saerberg, Siegfried (2011). Sensorische Räume und museale Regimes. Von visueller Dominanz zu sensorischer Diversität. In: Anja Tervooren und Jürgen Weber (Hg.): Wege zur Kultur. Barrieren und Barrierefreiheit in Kultur- und Bildungseinrichtungen. 1. Aufl. Köln: Böhlau Köln, S. 171–190&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeuch, Ulrike (2000): Umkehr der Sinneshierarchie. Herder und die Aufwertung des Tastsinns seit der frühen Neuzeit. Tübingen: Niemeyer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen == &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina Böttger</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.versammlung-und-teilhabe.de/az/index.php/Begreifen</id>
		<title>Begreifen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.versammlung-und-teilhabe.de/az/index.php/Begreifen"/>
				<updated>2013-06-03T15:57:44Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina Böttger: /* Visuelles und Taktiles */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kategorie:Begriff]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Begreifen als transdisziplinäre Praxis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas zu begreifen, meint, etwas mit dem Verstand zu erfassen und in einen Kontext einzuordnen. Die dem Wort innewohnende Dimension des Be-Greifens, des Tastens und der sinnlichen Erfahrung wird dabei gemeinhin weniger beachtet, was u.a. dem stärkeren Fokus auf den Sehsinn zum Einen und der stärkeren Beschäftigung mit dem Geistigen zum Anderen geschuldet ist. Dabei könnte eine stärkere Fokussierung der sinnlichen, vor allem der haptisch-taktilen Erfahrung eine Möglichkeit sein, sich in der transdisziplinären Forschung niedrigschwellig Problemen oder Phänomenen zu nähern, ist doch der Tastsinn eine anthropologische Universalie in Alltag, Kunst und Forschung. So gibt es zwar seh-, hör- oder körperbehinderte Personen; das Tasten und Fühlen ist jedoch allen Menschen möglich. Die Beschäftigung mit dem Greifen, Tasten und Fühlen eröffnet allerdings gleichzeitig ein Problemfeld, da dieser Bereich schnell persönliche und körperliche Grenzen berührt und überschreitet. Darüber hinaus gibt es bisher wenige fundierte Ansätze zur Dokumentation und Analyse taktiler Daten.&lt;br /&gt;
Erweitert man das Greifen mit den Händen und schaut auf den übergeordneten Begriff des Fühlens spielen nicht nur die Hände sondern der gesamte Körper eine Rolle bei der Produktion von Erkenntnis. Somit wird hier eine Verbindung zwischen den Bereichen Alltag, wissenschaftlicher Forschung und künstlerischen, performativen Praktiken deutlich. Die Fokussierung des Tastens in diesem Artikel als einer Form der Wahrnehmung geschieht nicht in der Absicht, eine (neue) hierarchische Ordnung der Sinne aufzustellen. Vielmehr basiert die Auswahl des Themas Tasten/Fühlen/Begreifen auf dem Interesse für einen u.a in der Ethnographie und Kunst vernachlässigten Sinn – sowohl auf ProduzentInnen, als auch auf RezipientInnenseite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wortklärung: Begreifen und Begriff==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Etymologischen Wörterbuch des Deutschen wird begreifen von dem althochdeutschen bigrifan, dem mittelhochdeutschen begrifen oder auch dem niederländischen begrijpen abgeleitet, was in seiner ursprünglichen Form „ergreifen, betasten“ oder auch „umfassen, enthalten“ bedeutet. Später wird die Bedeutung des Wortes erweitert, indem sie vom körperlichen Greifen und Fassen auf die geistige Aneignung eines Gegenstands ausgedehnt wird. (Vgl. Braun/Pfeiffer 1989:141) Das große Wörterbuch der deutschen Sprache des DUDEN versteht heute als „Begreifen“ u.a. erstens, dass etwas mit dem Verstand ergriffen wird oder geistig erfasst wird. Zweitens wird das Begreifen als „befühlen, betasten, greifend prüfen“ verstanden. (Vgl. DUDEN 1999:493f) &lt;br /&gt;
Hieraus wird eine Zweideutigkeit des „Begreifens“ deutlich: Zum Einen umfasst der Begriff den geistigen Prozess des Verstehens, der weitaus häufiger verwendet wird, und zum Anderen den Prozess des körperlichen, taktil-haptischen Be-fühlens. Beide Varianten zielen auf das Erfassen und Verstehen von Lebenswelt ab. Im direkten Vergleich der beiden Verfahren könnte jedoch das taktil-haptische Begreifen dem Verstehen vorangestellt werden: „Dem Begriff geht das Begreifen voraus“.(Vgl. Liechti 2000:51)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Begreifen als Verfahren : Körper, Wahrnehmung und Erkenntnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Beschäftigung mit den menschlichen Sinnen im Zuge der Konstruktion von Erkenntnis spielt immer das Verhältnis zwischen Körper, Geist und Umwelt eine Rolle. Für den Tastsinn stehen vor allem die Hände als Wahrnehmungsorgane im Vordergrund, doch auch die Haut an sich, die Lippen und die Zunge sind sowohl für das aktiv-haptische Tasten als auch für das passiv-taktile Erleben empfänglich.&lt;br /&gt;
Insbesondere dann, wenn der Tastsinn im Mittelpunkt steht, rücken Konzepte von Körper und Leiblichkeit in den Vordergrund. Das Tasten geht immer vom eigenen, subjektiven Körper aus und mit der Bewegung im Raum einher. Das in den Körper, die Bewegungen und auch den Geist eingeschriebene Wissen stellt die Grundlage des Verstehens bzw. Erkennens durch das Tasten dar. Diese Grundlage ist bei der Verständigung über Haptisch-Taktiles von hoher Bedeutung, da das Sprechen bzw. Schreiben über ein Gefühl nur über Beschreibungen, Symbole und Metaphern, also Repräsentationen, geschehen kann. Es stellt sich die Frage, wie das Be-greifen, also das Fühlen und Tasten, überhaupt in die transdisziplinäre Forschung einbezogen und fruchtbar gemacht werden kann. (Liechti 2005:13) Die Europäische Ethnologin Regina Bendix hat sich mit dem Sinnlichen in der Feldforschungspraxis beschäftigt und verlangt im Zuge dessen „die Berücksichtigung des Körpers der Ethnographin“ (Bendix 2006:79). Sie sieht in protokollierten Körperbeobachtungen während einer Feldforschungssituation eine Ergänzung des ethnographischen Materials und bezieht sich dabei u.a. auf Marcel Mauss und Margaret Mead. Es geht hier also nicht zwangsläufig um die Stärkung eines bestimmten Sinns in der Forschung sondern vielmehr um die Verknüpfung vieler einzelner Aspekte, die eben auch den Körper der Forscherin mit einbeziehen.&lt;br /&gt;
Taktile Alltagspraktiken, die zwar umstritten sind, aber bei der Beschäftigung mit implizitem Wissen einbezogen werden können, ist beispielsweise das Handauflegen oder auch die Arbeit als so genannter Knochenbrecher. Oft sind diese Praktiken nicht schriftlich festgehalten, sondern werden durch Erzählungen oder als „Gabe“ weitergegeben und sind somit inkorporiert. Diese Beispiele dienen weniger dazu Potentialitäten des Tastsinns zu beschreiben, sondern sie können vielmehr Forschungsfelder aufzeigen, in denen wissenschaftliches Wissen wie das der Schulmedizin anderen Wissensformen gegenübersteht. Im Hinblick auf eine haptisch-orientierte Forschungssituation ist es sicher sinnvoll nicht nur von den be-greifenden Händen auszugehen, sondern den gesamten Hautsinn einzuschließen. Diese Fokussierung im Forschungsprozess erfordert in jedem Fall eine starke Annäherung an das zu Untersuchende und eine verstärkte Achtsamkeit für die einzelne Situation, als wenn vom beobachtenden Auge ausgegangen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Visuelles und Taktiles==&lt;br /&gt;
Beschäftigt man sich mit dem Begreifen und Fühlen, führt die wissenschaftliche Literatur aber auch die eigene Alltagserfahrung unweigerlich zu einer Beschäftigung mit den menschlichen Sinnen im Allgemeinen und dabei auch immer wieder zu einer Hierarchisierung dieser. Die Literaturwissenschaftlerin Ulrike Zeuch stellt in ihrer Habilitationsschrift zur Umkehr der Sinneshierarchie eine „Entfremdung der Sinne vom Objekt der Wahrnehmung“ fest, welche u.a. durch die „Hierarchisierung und Aufspaltung der Sinne in einzelne Kompetenzbereiche“  hervorgeht (Zeuch 2000:7). An der Spitze dieser Hierarchie stand (und steht) der Sehsinn vor Hör-, Tast- und anderen Sinnen. Insbesondere die Gegenüberstellung von Vernunft und sinnlichem Erfahren führten zu einer Stigmatisierung sinnlicher, nicht-visueller Wahrnehmung als irrational und damit zu einem weitgehenden Ausschluss der nicht-visuellen Sinne aus dem wissenschaftlichen Feld. Ausnahme war hier stets der Sehsinn als „aufgeklärter Sinn“, dessen Verbindung zu den übrigen Sinnen bei der Gewinnung von Erkenntnis kaum diskutiert wurde. Insbesondere Seh- und Tastsinn sind bei der Diskussion der Sinneshierarchie oft als Fern- und Nahsinn gegenübergestellt worden. Allerdings wurde dem Auge neben seiner Fähigkeit zur rationalen und umfassenden Wahrnehmung gleichzeitig die größte Anfälligkeit für Täuschungen zugeschrieben, wohingegen der Tastsinn als fast untäuschbar und damit am ehesten in der Lage galt, Wirklichkeit zu erfassen. (Vgl. Zeuch 2000:16f) Weitere kulturell geprägten Zuschreibungen insbesondere an den Seh- und Tastsinn lassen sich auch in Metaphern und alltagssprachlichen Ausdrücken erkennen: So wird beim Forschen Licht ins Dunkle gebracht und das Sehen dabei als erkenntnisstiftender Sinn gestärkt. Die Hand hingegen wird häufig dann benannt, wenn es um Wahrheit und Aufrichtigkeit geht: Man gibt jemanden die Hand auf etwas oder legt sie für etwas ins Feuer. &lt;br /&gt;
Ein weiterer Unterschied der beiden Sinne liegt in der zeitlichen sowie räumlichen Orientierung. Ist es mit dem Auge möglich, binnen Sekundenbruchteilen eine Gestalt, eine Landschaft oder einen Raum zur erfassen, so benötigen die Hände als Hauptorgan der Tastwahrnehmung mehr Zeit, um einzelne Eindrücke zu einem Gesamtbild zu fügen. Insbesondere dann, wenn von einer sehenden Person ausgegangen wird und die beiden Sinne verglichen werden, stellt die Routine des Sehens einen wichtigen Aspekt dar. Das Tasten ist in diesem Zusammenhang eher mit dem Lesen vergleichbar, wobei immer nur einzelne Teile direkt erfasst werden können. (Vgl. Mühleis 2005:96f) Das Erfassen eines Gegenstands mit dem Tastsinn erfordert immer die Bewegung des Körpers zu diesem hin. Die Verbindung zwischen dem Zeitlichen, dem Räumlichen und der Bewegung des Körpers schafft die taktil-kinästhetische Wahrnehmung. Diese Form der Sinneswahrnehmung „ist ein aktives und produktives Mittel sowohl der Aneignung wie der Veränderung von Wirklichkeit.“ (Liechti 2000:42)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Taktile Praxis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden zwei Beispiele oder besser zwei Formen des Umgangs mit dem Taktilen/Haptischen in der künstlerischen/kulturellen Praxis vorgestellt. Die Auswahl will weniger einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, als vielmehr einen Ausblick auf die vielschichtige Anwendung des Begreifens in Kunst, Wissenschaft und Alltag geben. Die Beispiele können somit als Anregung zum Weiterdenken verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Taktile/Haptische Kunst │ Blinde Künstler===&lt;br /&gt;
Trotz der mehrere Jahrhunderte zurückreichenden Geschichte blinder Kunst(-werke) gibt es bis heute keine institutionalisiert-wissenschaftliche blinde Kunstgeschichte und –tradition. (Vgl. Mühleis 2005:21) Die Verteilung blinder Künstlerinnen und vor allem Künstler auf die verschiedenen Künste ist zumindest nach der Dissertationsschrift von Volkmar Mühleis ungleich. Blinde und sehbehinderte KünstlerInnen nutzen vor allem die Bildhauerei als Form des künstlerischen Ausdrucks und wählen somit eine vor allem körperliche, haptische Gestaltungsweise. Dabei dient vor allem der eigene Körper vielen KünstlerInnen als Referenz. Die Hände sind hier in vielen Fällen nicht nur Werkzeuge, um zu einer Vorstellung zu gelangen, sondern nehmen die dem Material/dem Werk innewohnenden Qualität und Aussage wahr. Im Folgenden werden Künstler bzw. Künstlergruppen vorgestellt, die sich auf besondere Weise mit der Rolle des Tastens in ihrer Kunst auseinandergesetzt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Johannes Itten und László Moholy-Nagy:&lt;br /&gt;
Im Zuge der umfassenden Ausbildung am Bauhaus in den 1920er Jahren plädierten vor allem Johannes Itten für die Malerei und Lázló Moholy-Nagy für die umfassende Schulung und den Einbezug aller Sinne in die künstlerische Arbeit. (Vgl. Mühleis 2005:167f) So fertigten die Studierenden chromatische Reihen von Materialien und so genannte Texturmontagen an, die sie mehrfach betasten mussten bevor sie sie zeichneten. Johannes Itten beabsichtigte damit die Anlage eines inneren Speichers von Tasterinnerungen, die dann in der Zeichnung oder Malerei ohne die Anwesenheit der Gegenstände umgesetzt werden konnten. Moholy-Nagy ging mit seinen Taststudien einen Schritt weiter, indem er forderte, „das Haptische selbst zum Träger künstlerischer Darstellung zu machen“. (Mühleis 2005:171) Die taktile/haptische Lesbarkeit von Werken und Materialien – die Fraktur – und der Zusammenhang des Werks mit dem Raum und der Bewegung des Tastenden wurden insbesondere von Moholy-Nagy untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Flavio Titolo&lt;br /&gt;
Der blinde Bildhauer Flavio Titolo thematisiert in seinen Skulpturen und Reliefs sowohl das Tasten als auch das Sehen. Volkmar Mühleis sieht in seinen linear und geometrisch strukturierten Werken eine dialektische Verschränkung des Visuellen und Taktilen sowie des Objekts und der Leere, in dem Sinne, dass beide Aspekte in einem Spannungsfeld nebeneinander existieren wie zum Beispiel in einem Vexierbild. Sein bekanntestes Werk ist die Skulptur Aria, die aus einem übergroßen Gesteinsbrocken besteht, deren Oberfläche durch ein Netz aus Linien strukturiert ist. (Saerberg 2011:188 und Mühleis 2005:231ff)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* José Grania Moreira&lt;br /&gt;
„In keinem anderen Organ ist Selbstreflexion derart verkörpert wie in unseren Händen, die sich gleichzeitig als aktiv berührend und im Berührtwerden empfinden können.“ (Mühleis 2005:92) Der spanische Bildhauer José Grania Moreira stellt dieser Form der taktilen Reflexion seine Skulpturen zur Seite. Der sehbehinderte Künstler will mit seinen Arbeiten aus Holz und Stein explizit ein Angebot für das Tasten und nicht für das Sehen machen und denkt die gleitende Bewegung der Hände bei der Rezeption seiner Formen direkt mit. Diese fließenden Bewegungen der RezipientInnen finden ihre Entsprechung im schweifenden Blick bei der Betrachtung von Kunstwerken und werden von Volkmar Mühleis als „Verdichten von Befindlichkeit“ bezeichnet. (Vgl. Mühleis 2005:93 und Saerberg 2011:187f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Museumsobjekte, dunkle Dialoge und Sinnenfinsternis===&lt;br /&gt;
Die im Folgenden genannten Institutionen und Praxen nutzen die Hand als vergewissernde Kraft bei der Betrachtung von Kunst oder anderen Phänomenen: Wenn wir dem Auge nicht (mehr) trauen, nutzen wir unsere Hände/unseren Tastsinn. &lt;br /&gt;
Um die Rolle des Befühlens von Museumsobjekten zu verstehen und zu erklären bedarf es eines Blickes in die Historie der Museen im deutschen und europäischen Raum. Als erste Museen werden häufig die Schatzkammern von Königen und Fürsten bezeichnet, die sowohl Gemälde und Skulpturen enthielten, als auch kulturhistorische Gegenstände. Diese waren in der Regel keiner größeren Öffentlichkeit zugänglich. Den privilegierten BesucherInnen war im Zuge dessen auch das Anfassen der Exponate möglich. Im Zuge der Entwicklung eines humanistischen Bildungsideals ab dem 18. Jahrhundert wurden immer mehr Museen für ein breiteres Publikum geöffnet. Mit dieser Öffnung veränderten sich aber auch die Regeln für den Umgang der BesucherInnen mit den Exponaten. ArbeiterInnen und KleinbürgerInnen wurden als schmutzig und ungebildet etikettiert und ihnen somit die Kompetenz in Bezug auf die Berührung abgesprochen. Bis heute ist das Berühren von Museumsexponaten – aus konservatorischen Gründen - weitestgehend nur den BesitzerInnen bzw. dem Museumspersonal erlaubt. (Vgl. Saerberg 2011:173) Wobei festzustellen ist, dass vor allem Science Center oder naturkundliche Museen verstärkt auf den Aspekt des Erlebens und Ausprobierens eingehen. Insbesondere künstlerische und kulturhistorische Werke sind aber weiterhin vor allem Anschauungsobjekte. Der Soziologe Siegfried Saerberg konstatiert im Zuge dessen eine „durch Sensoralität konstruierte Machthierarchie“ an deren Spitze der „visuell distanzierte, weiße, erwachsene und nicht-behinderte Blick des schauenden modernen Westeuropäers steht.“ (Saerberg 2011:174) Somit fehlen in den meisten Fällen Beschreibungs-, Analyse- und Darstellungsformen von Museumsdingen, die diesen auf allen sinnlichen Ebenen gerecht werden. Auch die Handlungszusammenhänge, in die diese Dinge eingebettet waren, sind kaum über Text und Visualisierungen hinaus für die BesucherInnen umfassend erfahrbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für den Bruch mit diesem visuellen, distanzierten Habitus des Museumsbesuchers stellt die Mitte der 1990er Jahre u.a in Hamburg, Köln und Kassel realisierte Ausstellung Sinnenfinsternis dar, in welcher Kunstwerke blinder und sehender KünstlerInnen in einem komplett verdunkelten Raum ausgestellt wurden. Vor allem die tastenden Hände werden hier zum Hauptorgan der Rezeption. Siegfried Saerberg beschreibt für die Ausstellung Sinnenfinsternis eine Veränderung der Bewegung im Raum, wenn der Sehsinn ausgeschaltet ist: Von der schnellen, heftigen ungelenken Bewegung des Körpers und der Hände zu einem be-greifenden gründlichen Tasten. Die Beschreibung der einzelnen Werke orientiert sich an (visuell) bekannten Alltagsgegenständen und konzentriert sich vor allem auf die Erfassung der Materialien. (Vgl. Saerberg 2011:186) Saerberg, der als Kurator an der Ausstellung beteiligt war, bezeichnet diese als eine Form der Heterotopie in dem Sinne, dass sie „vom herrschenden Diskurs [abweicht]“ und sich in ihr „leiblich-multisensorische Erfahrung abspielt.“ (Saerberg 2011:178)&lt;br /&gt;
Die Ausstellung „Sinnenfinsternis“ ist im Kontext der vor allem in den 2000er Jahren entstandenen Erlebnisräumen u.a. mit dem Namen „Dialog im Dunkeln“ zu sehen. &amp;lt;ref&amp;gt; Siehe hierzu u.a. http://www.dialog-im-dunkeln.de/NEW2011/start2.html (zuletzt abgerufen am 11.10.2012) &amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier wird Alltagswelt in vollkommener Dunkelheit inszeniert und mithilfe blinder und sehbehinderter Guides erlebbar gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliographie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bendix, Regina (2006). Was über das Auge hinausgeht: Zur Rolle der Sinne in der ethnographischen Forschung. In: Schweizerisches Archiv für Volkskunde 102, S. 71-84&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benjamin, Walter (1973): Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Drei Studien zur Kunstsoziologie. 6. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 40f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Duden, Das grosse Wörterbuch der deutschen Sprache (1999). 3. Aufl. Mannheim: DudenVerlag. S. 493f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liechti, Martin (2000): Erfahrung am eigenen Leibe. Taktil-kinästhetische Sinneserfahrung als Prozess des Weltbegreifens. Heidelberg: Edition S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mühleis, Volkmar (2005): Kunst im Sehverlust. München: Wilhelm Fink.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfeifer, Wolfgang; Braun, Wilhelm (1989): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Berlin: Akademie-Verlag. S.141&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Saerberg, Siegfried (2011). Sensorische Räume und museale Regimes. Von visueller Dominanz zu sensorischer Diversität. In: Anja Tervooren und Jürgen Weber (Hg.): Wege zur Kultur. Barrieren und Barrierefreiheit in Kultur- und Bildungseinrichtungen. 1. Aufl. Köln: Böhlau Köln, S. 171–190&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeuch, Ulrike (2000): Umkehr der Sinneshierarchie. Herder und die Aufwertung des Tastsinns seit der frühen Neuzeit. Tübingen: Niemeyer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen == &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina Böttger</name></author>	</entry>

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		<id>http://www.versammlung-und-teilhabe.de/az/index.php/Begreifen</id>
		<title>Begreifen</title>
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				<updated>2013-06-03T15:56:52Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina Böttger: /* Wortklärung: Begreifen und Begriff */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kategorie:Begriff]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Begreifen als transdisziplinäre Praxis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas zu begreifen, meint, etwas mit dem Verstand zu erfassen und in einen Kontext einzuordnen. Die dem Wort innewohnende Dimension des Be-Greifens, des Tastens und der sinnlichen Erfahrung wird dabei gemeinhin weniger beachtet, was u.a. dem stärkeren Fokus auf den Sehsinn zum Einen und der stärkeren Beschäftigung mit dem Geistigen zum Anderen geschuldet ist. Dabei könnte eine stärkere Fokussierung der sinnlichen, vor allem der haptisch-taktilen Erfahrung eine Möglichkeit sein, sich in der transdisziplinären Forschung niedrigschwellig Problemen oder Phänomenen zu nähern, ist doch der Tastsinn eine anthropologische Universalie in Alltag, Kunst und Forschung. So gibt es zwar seh-, hör- oder körperbehinderte Personen; das Tasten und Fühlen ist jedoch allen Menschen möglich. Die Beschäftigung mit dem Greifen, Tasten und Fühlen eröffnet allerdings gleichzeitig ein Problemfeld, da dieser Bereich schnell persönliche und körperliche Grenzen berührt und überschreitet. Darüber hinaus gibt es bisher wenige fundierte Ansätze zur Dokumentation und Analyse taktiler Daten.&lt;br /&gt;
Erweitert man das Greifen mit den Händen und schaut auf den übergeordneten Begriff des Fühlens spielen nicht nur die Hände sondern der gesamte Körper eine Rolle bei der Produktion von Erkenntnis. Somit wird hier eine Verbindung zwischen den Bereichen Alltag, wissenschaftlicher Forschung und künstlerischen, performativen Praktiken deutlich. Die Fokussierung des Tastens in diesem Artikel als einer Form der Wahrnehmung geschieht nicht in der Absicht, eine (neue) hierarchische Ordnung der Sinne aufzustellen. Vielmehr basiert die Auswahl des Themas Tasten/Fühlen/Begreifen auf dem Interesse für einen u.a in der Ethnographie und Kunst vernachlässigten Sinn – sowohl auf ProduzentInnen, als auch auf RezipientInnenseite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wortklärung: Begreifen und Begriff==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Etymologischen Wörterbuch des Deutschen wird begreifen von dem althochdeutschen bigrifan, dem mittelhochdeutschen begrifen oder auch dem niederländischen begrijpen abgeleitet, was in seiner ursprünglichen Form „ergreifen, betasten“ oder auch „umfassen, enthalten“ bedeutet. Später wird die Bedeutung des Wortes erweitert, indem sie vom körperlichen Greifen und Fassen auf die geistige Aneignung eines Gegenstands ausgedehnt wird. (Vgl. Braun/Pfeiffer 1989:141) Das große Wörterbuch der deutschen Sprache des DUDEN versteht heute als „Begreifen“ u.a. erstens, dass etwas mit dem Verstand ergriffen wird oder geistig erfasst wird. Zweitens wird das Begreifen als „befühlen, betasten, greifend prüfen“ verstanden. (Vgl. DUDEN 1999:493f) &lt;br /&gt;
Hieraus wird eine Zweideutigkeit des „Begreifens“ deutlich: Zum Einen umfasst der Begriff den geistigen Prozess des Verstehens, der weitaus häufiger verwendet wird, und zum Anderen den Prozess des körperlichen, taktil-haptischen Be-fühlens. Beide Varianten zielen auf das Erfassen und Verstehen von Lebenswelt ab. Im direkten Vergleich der beiden Verfahren könnte jedoch das taktil-haptische Begreifen dem Verstehen vorangestellt werden: „Dem Begriff geht das Begreifen voraus“.(Vgl. Liechti 2000:51)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Begreifen als Verfahren : Körper, Wahrnehmung und Erkenntnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Beschäftigung mit den menschlichen Sinnen im Zuge der Konstruktion von Erkenntnis spielt immer das Verhältnis zwischen Körper, Geist und Umwelt eine Rolle. Für den Tastsinn stehen vor allem die Hände als Wahrnehmungsorgane im Vordergrund, doch auch die Haut an sich, die Lippen und die Zunge sind sowohl für das aktiv-haptische Tasten als auch für das passiv-taktile Erleben empfänglich.&lt;br /&gt;
Insbesondere dann, wenn der Tastsinn im Mittelpunkt steht, rücken Konzepte von Körper und Leiblichkeit in den Vordergrund. Das Tasten geht immer vom eigenen, subjektiven Körper aus und mit der Bewegung im Raum einher. Das in den Körper, die Bewegungen und auch den Geist eingeschriebene Wissen stellt die Grundlage des Verstehens bzw. Erkennens durch das Tasten dar. Diese Grundlage ist bei der Verständigung über Haptisch-Taktiles von hoher Bedeutung, da das Sprechen bzw. Schreiben über ein Gefühl nur über Beschreibungen, Symbole und Metaphern, also Repräsentationen, geschehen kann. Es stellt sich die Frage, wie das Be-greifen, also das Fühlen und Tasten, überhaupt in die transdisziplinäre Forschung einbezogen und fruchtbar gemacht werden kann. (Liechti 2005:13) Die Europäische Ethnologin Regina Bendix hat sich mit dem Sinnlichen in der Feldforschungspraxis beschäftigt und verlangt im Zuge dessen „die Berücksichtigung des Körpers der Ethnographin“ (Bendix 2006:79). Sie sieht in protokollierten Körperbeobachtungen während einer Feldforschungssituation eine Ergänzung des ethnographischen Materials und bezieht sich dabei u.a. auf Marcel Mauss und Margaret Mead. Es geht hier also nicht zwangsläufig um die Stärkung eines bestimmten Sinns in der Forschung sondern vielmehr um die Verknüpfung vieler einzelner Aspekte, die eben auch den Körper der Forscherin mit einbeziehen.&lt;br /&gt;
Taktile Alltagspraktiken, die zwar umstritten sind, aber bei der Beschäftigung mit implizitem Wissen einbezogen werden können, ist beispielsweise das Handauflegen oder auch die Arbeit als so genannter Knochenbrecher. Oft sind diese Praktiken nicht schriftlich festgehalten, sondern werden durch Erzählungen oder als „Gabe“ weitergegeben und sind somit inkorporiert. Diese Beispiele dienen weniger dazu Potentialitäten des Tastsinns zu beschreiben, sondern sie können vielmehr Forschungsfelder aufzeigen, in denen wissenschaftliches Wissen wie das der Schulmedizin anderen Wissensformen gegenübersteht. Im Hinblick auf eine haptisch-orientierte Forschungssituation ist es sicher sinnvoll nicht nur von den be-greifenden Händen auszugehen, sondern den gesamten Hautsinn einzuschließen. Diese Fokussierung im Forschungsprozess erfordert in jedem Fall eine starke Annäherung an das zu Untersuchende und eine verstärkte Achtsamkeit für die einzelne Situation, als wenn vom beobachtenden Auge ausgegangen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Visuelles und Taktiles==&lt;br /&gt;
Beschäftigt man sich mit dem Begreifen und Fühlen, führt die wissenschaftliche Literatur aber auch die eigene Alltagserfahrung unweigerlich zu einer Beschäftigung mit den menschlichen Sinnen im Allgemeinen und dabei auch immer wieder zu einer Hierarchisierung dieser. Die Literaturwissenschaftlerin Ulrike Zeuch stellt in ihrer Habilitationsschrift zur Umkehr der Sinneshierarchie eine „Entfremdung der Sinne vom Objekt der Wahrnehmung“ fest, welche u.a. durch die „Hierarchisierung und Aufspaltung der Sinne in einzelne Kompetenzbereiche“  hervorgeht (Zeuch 2000:7). An der Spitze dieser Hierarchie stand (und steht) der Sehsinn vor Hör-, Tast- und anderen Sinnen. Insbesondere die Gegenüberstellung von Vernunft und sinnlichem Erfahren führten zu einer Stigmatisierung sinnlicher, nicht-visueller Wahrnehmung als irrational und damit zu einem weitgehenden Ausschluss der nicht-visuellen Sinne aus dem wissenschaftlichen Feld. Ausnahme war hier stets der Sehsinn als „aufgeklärter Sinn“, dessen Verbindung zu den übrigen Sinnen bei der Gewinnung von Erkenntnis kaum diskutiert wurde. Insbesondere Seh- und Tastsinn sind bei der Diskussion der Sinneshierarchie oft als Fern- und Nahsinn gegenübergestellt worden. Allerdings wurde dem Auge neben seiner Fähigkeit zur rationalen und umfassenden Wahrnehmung gleichzeitig die größte Anfälligkeit für Täuschungen zugeschrieben, wohingegen der Tastsinn als fast untäuschbar und damit am ehesten in der Lage galt, Wirklichkeit zu erfassen. (Vgl. Zeuch 2000:16f) Weitere kulturell geprägten Zuschreibungen insbesondere an den Seh- und Tastsinn lassen sich auch in Metaphern und alltagssprachlichen Ausdrücken erkennen: So wird beim Forschen Licht ins Dunkle gebracht und das Sehen dabei als erkenntnisstiftender Sinn gestärkt. Die Hand hingegen wird häufig dann benannt, wenn es um Wahrheit und Aufrichtigkeit geht: Man gibt jemanden die Hand auf etwas oder legt sie für etwas ins Feuer. &lt;br /&gt;
Ein weiterer Unterschied der beiden Sinne liegt in der zeitlichen sowie räumlichen Orientierung. Ist es mit dem Auge möglich, binnen Sekundenbruchteilen eine Gestalt, eine Landschaft oder einen Raum zur erfassen, so benötigen die Hände als Hauptorgan der Tastwahrnehmung mehr Zeit, um einzelne Eindrücke zu einem Gesamtbild zu fügen. Insbesondere dann, wenn von einer sehenden Person ausgegangen wird und die beiden Sinne verglichen werden, stellt die Routine des Sehens einen wichtigen Aspekt dar. Das Tasten ist in diesem Zusammenhang eher mit dem Lesen vergleichbar, wobei immer nur einzelne Teile direkt erfasst werden können. (Vgl. Mühleis 2005:96f) Das Erfassen eines Gegenstands mit dem Tastsinn erfordert immer die Bewegung des Körpers zu diesem hin. Die Verbindung zwischen dem Zeitlichen, dem Räumlich und der Bewegung des Körpers schafft die taktil-kinästhetische Wahrnehmung. Diese Form der Sinneswahrnehmung „ist ein aktives und produktives Mittel sowohl der Aneignung wie der Veränderung von Wirklichkeit.“ (Liechti 2000:42)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Taktile Praxis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden zwei Beispiele oder besser zwei Formen des Umgangs mit dem Taktilen/Haptischen in der künstlerischen/kulturellen Praxis vorgestellt. Die Auswahl will weniger einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, als vielmehr einen Ausblick auf die vielschichtige Anwendung des Begreifens in Kunst, Wissenschaft und Alltag geben. Die Beispiele können somit als Anregung zum Weiterdenken verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Taktile/Haptische Kunst │ Blinde Künstler===&lt;br /&gt;
Trotz der mehrere Jahrhunderte zurückreichenden Geschichte blinder Kunst(-werke) gibt es bis heute keine institutionalisiert-wissenschaftliche blinde Kunstgeschichte und –tradition. (Vgl. Mühleis 2005:21) Die Verteilung blinder Künstlerinnen und vor allem Künstler auf die verschiedenen Künste ist zumindest nach der Dissertationsschrift von Volkmar Mühleis ungleich. Blinde und sehbehinderte KünstlerInnen nutzen vor allem die Bildhauerei als Form des künstlerischen Ausdrucks und wählen somit eine vor allem körperliche, haptische Gestaltungsweise. Dabei dient vor allem der eigene Körper vielen KünstlerInnen als Referenz. Die Hände sind hier in vielen Fällen nicht nur Werkzeuge, um zu einer Vorstellung zu gelangen, sondern nehmen die dem Material/dem Werk innewohnenden Qualität und Aussage wahr. Im Folgenden werden Künstler bzw. Künstlergruppen vorgestellt, die sich auf besondere Weise mit der Rolle des Tastens in ihrer Kunst auseinandergesetzt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Johannes Itten und László Moholy-Nagy:&lt;br /&gt;
Im Zuge der umfassenden Ausbildung am Bauhaus in den 1920er Jahren plädierten vor allem Johannes Itten für die Malerei und Lázló Moholy-Nagy für die umfassende Schulung und den Einbezug aller Sinne in die künstlerische Arbeit. (Vgl. Mühleis 2005:167f) So fertigten die Studierenden chromatische Reihen von Materialien und so genannte Texturmontagen an, die sie mehrfach betasten mussten bevor sie sie zeichneten. Johannes Itten beabsichtigte damit die Anlage eines inneren Speichers von Tasterinnerungen, die dann in der Zeichnung oder Malerei ohne die Anwesenheit der Gegenstände umgesetzt werden konnten. Moholy-Nagy ging mit seinen Taststudien einen Schritt weiter, indem er forderte, „das Haptische selbst zum Träger künstlerischer Darstellung zu machen“. (Mühleis 2005:171) Die taktile/haptische Lesbarkeit von Werken und Materialien – die Fraktur – und der Zusammenhang des Werks mit dem Raum und der Bewegung des Tastenden wurden insbesondere von Moholy-Nagy untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Flavio Titolo&lt;br /&gt;
Der blinde Bildhauer Flavio Titolo thematisiert in seinen Skulpturen und Reliefs sowohl das Tasten als auch das Sehen. Volkmar Mühleis sieht in seinen linear und geometrisch strukturierten Werken eine dialektische Verschränkung des Visuellen und Taktilen sowie des Objekts und der Leere, in dem Sinne, dass beide Aspekte in einem Spannungsfeld nebeneinander existieren wie zum Beispiel in einem Vexierbild. Sein bekanntestes Werk ist die Skulptur Aria, die aus einem übergroßen Gesteinsbrocken besteht, deren Oberfläche durch ein Netz aus Linien strukturiert ist. (Saerberg 2011:188 und Mühleis 2005:231ff)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* José Grania Moreira&lt;br /&gt;
„In keinem anderen Organ ist Selbstreflexion derart verkörpert wie in unseren Händen, die sich gleichzeitig als aktiv berührend und im Berührtwerden empfinden können.“ (Mühleis 2005:92) Der spanische Bildhauer José Grania Moreira stellt dieser Form der taktilen Reflexion seine Skulpturen zur Seite. Der sehbehinderte Künstler will mit seinen Arbeiten aus Holz und Stein explizit ein Angebot für das Tasten und nicht für das Sehen machen und denkt die gleitende Bewegung der Hände bei der Rezeption seiner Formen direkt mit. Diese fließenden Bewegungen der RezipientInnen finden ihre Entsprechung im schweifenden Blick bei der Betrachtung von Kunstwerken und werden von Volkmar Mühleis als „Verdichten von Befindlichkeit“ bezeichnet. (Vgl. Mühleis 2005:93 und Saerberg 2011:187f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Museumsobjekte, dunkle Dialoge und Sinnenfinsternis===&lt;br /&gt;
Die im Folgenden genannten Institutionen und Praxen nutzen die Hand als vergewissernde Kraft bei der Betrachtung von Kunst oder anderen Phänomenen: Wenn wir dem Auge nicht (mehr) trauen, nutzen wir unsere Hände/unseren Tastsinn. &lt;br /&gt;
Um die Rolle des Befühlens von Museumsobjekten zu verstehen und zu erklären bedarf es eines Blickes in die Historie der Museen im deutschen und europäischen Raum. Als erste Museen werden häufig die Schatzkammern von Königen und Fürsten bezeichnet, die sowohl Gemälde und Skulpturen enthielten, als auch kulturhistorische Gegenstände. Diese waren in der Regel keiner größeren Öffentlichkeit zugänglich. Den privilegierten BesucherInnen war im Zuge dessen auch das Anfassen der Exponate möglich. Im Zuge der Entwicklung eines humanistischen Bildungsideals ab dem 18. Jahrhundert wurden immer mehr Museen für ein breiteres Publikum geöffnet. Mit dieser Öffnung veränderten sich aber auch die Regeln für den Umgang der BesucherInnen mit den Exponaten. ArbeiterInnen und KleinbürgerInnen wurden als schmutzig und ungebildet etikettiert und ihnen somit die Kompetenz in Bezug auf die Berührung abgesprochen. Bis heute ist das Berühren von Museumsexponaten – aus konservatorischen Gründen - weitestgehend nur den BesitzerInnen bzw. dem Museumspersonal erlaubt. (Vgl. Saerberg 2011:173) Wobei festzustellen ist, dass vor allem Science Center oder naturkundliche Museen verstärkt auf den Aspekt des Erlebens und Ausprobierens eingehen. Insbesondere künstlerische und kulturhistorische Werke sind aber weiterhin vor allem Anschauungsobjekte. Der Soziologe Siegfried Saerberg konstatiert im Zuge dessen eine „durch Sensoralität konstruierte Machthierarchie“ an deren Spitze der „visuell distanzierte, weiße, erwachsene und nicht-behinderte Blick des schauenden modernen Westeuropäers steht.“ (Saerberg 2011:174) Somit fehlen in den meisten Fällen Beschreibungs-, Analyse- und Darstellungsformen von Museumsdingen, die diesen auf allen sinnlichen Ebenen gerecht werden. Auch die Handlungszusammenhänge, in die diese Dinge eingebettet waren, sind kaum über Text und Visualisierungen hinaus für die BesucherInnen umfassend erfahrbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für den Bruch mit diesem visuellen, distanzierten Habitus des Museumsbesuchers stellt die Mitte der 1990er Jahre u.a in Hamburg, Köln und Kassel realisierte Ausstellung Sinnenfinsternis dar, in welcher Kunstwerke blinder und sehender KünstlerInnen in einem komplett verdunkelten Raum ausgestellt wurden. Vor allem die tastenden Hände werden hier zum Hauptorgan der Rezeption. Siegfried Saerberg beschreibt für die Ausstellung Sinnenfinsternis eine Veränderung der Bewegung im Raum, wenn der Sehsinn ausgeschaltet ist: Von der schnellen, heftigen ungelenken Bewegung des Körpers und der Hände zu einem be-greifenden gründlichen Tasten. Die Beschreibung der einzelnen Werke orientiert sich an (visuell) bekannten Alltagsgegenständen und konzentriert sich vor allem auf die Erfassung der Materialien. (Vgl. Saerberg 2011:186) Saerberg, der als Kurator an der Ausstellung beteiligt war, bezeichnet diese als eine Form der Heterotopie in dem Sinne, dass sie „vom herrschenden Diskurs [abweicht]“ und sich in ihr „leiblich-multisensorische Erfahrung abspielt.“ (Saerberg 2011:178)&lt;br /&gt;
Die Ausstellung „Sinnenfinsternis“ ist im Kontext der vor allem in den 2000er Jahren entstandenen Erlebnisräumen u.a. mit dem Namen „Dialog im Dunkeln“ zu sehen. &amp;lt;ref&amp;gt; Siehe hierzu u.a. http://www.dialog-im-dunkeln.de/NEW2011/start2.html (zuletzt abgerufen am 11.10.2012) &amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier wird Alltagswelt in vollkommener Dunkelheit inszeniert und mithilfe blinder und sehbehinderter Guides erlebbar gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliographie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bendix, Regina (2006). Was über das Auge hinausgeht: Zur Rolle der Sinne in der ethnographischen Forschung. In: Schweizerisches Archiv für Volkskunde 102, S. 71-84&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benjamin, Walter (1973): Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Drei Studien zur Kunstsoziologie. 6. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 40f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Duden, Das grosse Wörterbuch der deutschen Sprache (1999). 3. Aufl. Mannheim: DudenVerlag. S. 493f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liechti, Martin (2000): Erfahrung am eigenen Leibe. Taktil-kinästhetische Sinneserfahrung als Prozess des Weltbegreifens. Heidelberg: Edition S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mühleis, Volkmar (2005): Kunst im Sehverlust. München: Wilhelm Fink.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfeifer, Wolfgang; Braun, Wilhelm (1989): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Berlin: Akademie-Verlag. S.141&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Saerberg, Siegfried (2011). Sensorische Räume und museale Regimes. Von visueller Dominanz zu sensorischer Diversität. In: Anja Tervooren und Jürgen Weber (Hg.): Wege zur Kultur. Barrieren und Barrierefreiheit in Kultur- und Bildungseinrichtungen. 1. Aufl. Köln: Böhlau Köln, S. 171–190&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeuch, Ulrike (2000): Umkehr der Sinneshierarchie. Herder und die Aufwertung des Tastsinns seit der frühen Neuzeit. Tübingen: Niemeyer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen == &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina Böttger</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.versammlung-und-teilhabe.de/az/index.php/Versammeln</id>
		<title>Versammeln</title>
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				<updated>2013-04-19T14:45:02Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina Böttger: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Versammeln als transdisziplinäre Forschungsmethode ==&lt;br /&gt;
=== Räume und Zeiten des Versammelns ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Räume, in denen man sich versammelt: z.B. Bundestag, Platz, Theater, Plenumsraum usw.&lt;br /&gt;
Anderseits kann auch durch das Versammeln ein Versammlungsraum entstehen. &lt;br /&gt;
Versammlungen können ihre Räume  erschaffen. &lt;br /&gt;
Für das Wissen, das durchs Versammeln entsteht, spielen Raum und Zeit eine wesentliche Rolle.&lt;br /&gt;
Versammeln beinhaltet, dass sich eine bestimmte Anzahl von Personen, sei es körperlich oder virtuell zu einer festgelegten, begrenzten Zeit versammeln.&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Kriterium des Versammelns ist die zeitliche Begrenztheit bzw. eine verwandte Form der differenzierten Synchronisierung. Im Gegensatz zum Sammeln, welches meist auf Dauerhaftigkeit, auf das Bewahren angelegt ist, ist bei einer Versammlung immer das Zusammenkommen und wieder Auseinandergehen impliziert. Versammlungen sind demnach temporär. &lt;br /&gt;
Versammlungen haben immer einen Anfang und ein Ende im Sinne eines Zusammenkommens und eines Auseinandergehens. (Frage nach der formalen Rahmung?)&lt;br /&gt;
Das Versammeln findet an Orten statt, die virtueller oder materieller Natur sein können. &lt;br /&gt;
Einige Versammlungen benötigen einen klar definierten Raum um stattzufinden wie Lehrerversammlungen oder Yogaräume, andere können überall stattfinden. Versammlungen unterscheiden sich durch die Flexibilität ihrer Raumnutzung. In wie weit sind immer gleiche Settings, Rituale wichtig? Wird der räumliche Kontext benutzt oder ist der unwichtig? (Occupy)(bzw. UNO) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Raum/das Setting der Versammlung bestimmt unter anderen Aspekten, ob und welches Wissen zur Zirkulation kommt. In einem Hörsaal sind beispielsweise bestimmte Formen der Versammlung nicht möglich, die eine Kneipe ermöglicht und umgekehrt.&lt;br /&gt;
Der Raum bedingt (neben anderen Faktoren) Zugangsmöglichkeiten zur und Ausschluss von der Versammlung. Dies geschieht zum einen durch das Fassungsvermögen und zum anderen durch die innenarchitektonischen Gestaltung des Raumes (Anordnung von Tischen, Stühlen etc.)  Durch die räumliche Anordnung werden Sichtbarkeit und Nichtsichtbarkeit der Beteiligten,  Rollen und Hierarchien mitdefiniert. &lt;br /&gt;
Räume die sich erst durch das Versammeln konstituieren, können dabei genauso ausschließend sein, wie baulich physische Räume. (Schwarzer Block vs Bürgerversammlung)  Solche Räume strukturieren sich oft über die Anordnung von Körpern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtliche Rahmenbedingungen regeln, welche Räume unter welchen Umständen zu Versammlungsorten werden können (Stichwort: Privatisierung des öffentlichen Raums, Räumungen etc.). &lt;br /&gt;
In /durch  öffentliche Versammlungen (wie z. B. Demo) kann Wissen vermittelt werden. Wie wird Wissen dadurch produziert und in Frage gestellt (vgl. Präsentieren)? Wie wird das Versammeln dann mit anderen Methoden gekoppelt (Beispiel: Recht-auf-Stadt-Parade / Interviews). &lt;br /&gt;
In unterschiedlichen Versammlungsräumen werden unterschiedliche Wissensformen angeregt. Räume mit Sprechermikrophonen und Tischen generieren anderes Wissen als Räume mit Schlafsofas oder Demonstrationen.&lt;br /&gt;
Invited Spaces vs Invented spaces&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versammeln als Forschungsverfahren zu begreifen, kann sich damit verbinden, Raumparameter zu verändern und damit neues Wissen generieren.&lt;br /&gt;
Das Theater bietet sich dafür als ein Ort an, da es sich in viele andere Foren verwandeln kann. Dort können Versammlungsstrategien und Parameter übereinandergelegt, miteinander vermischt, neu befragt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit (Notizen) ===&lt;br /&gt;
Ablauf (Redezeiten, Pausenzeiten, Zeiten für Tagesordnungspunkte, quotierte Redeliste, Takeovers, Machtkonstruktion)&lt;br /&gt;
Dominiert werden die Versammlungen vom Verbalen, das Zeigen tritt kaum in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
Die Dauer der Versammlung spielt bei der Art und Weise der Ergebnisproduktion eine wesentliche Rolle. (Papstwahl?)&lt;br /&gt;
Was für Vergangenheitsbezüge, welche Zukunftsbezüge werden in der Versammlung verhandelt? Wie werden diese Dinge in die Gegenwart übersetzt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versammlungen haben immer drei Zeitdimensionen: &lt;br /&gt;
Reflektierend: Dinge werden im Rückblick verhandeln&lt;br /&gt;
Seiend: Entscheidungen über das hier und jetzt&lt;br /&gt;
Orientierend: Man trifft sich in der Gegenwart, um für die Zukunft zu entscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versammlungen lassen sich differenzieren im Hinblick darauf, wie stark die jeweiligen Komponenten ausgebildet sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versammlungen können danach differenziert werden, ob sie eher heterogene oder eher homogene Akteure versammeln. Versammeln als Forschungsverfahren zu begreifen, verbindet sich eher mit Versammlungen von Akteuren, die normalerweise nicht zusammenkommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Begriff]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorarbeit/Fragestellungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Versammeln als transdisziplinäre Praxis (Dokumentation der Diskussion im Kolloquium)&lt;br /&gt;
Dieser Artikel versucht, die Diskussion des Kolloquiums vom 22. Januar 2013 zum Thema &amp;quot;Versammeln&amp;quot; zu dokumentieren. Diese Diskussion hat die folgenden Themenkomplexe und Fragen aufgeworfen, welche u.a. im Rahmen des WiKis weiter bearbeitet werden können und sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Versammeln als Voraussetzung&lt;br /&gt;
Das Versammeln von Menschen und/oder Gegenständen kann eine Voraussetzung für Forschung sein, wenn Wissen und Positionierungen zu diesem Wissen versammelt und ausgetauscht werden sollen. In der Arbeit mit Alltagsexpert_innen steht oft der Umgang mit verkörpertem Wissen im Vordergrund, weshalb die leibliche Präsenz in der Versammlung einen wichtigen Aspekt darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Versammeln als Verfahren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Thesen und Fragen wurden zum Versammeln als Verfahren diskutiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Welchen Mehrwert hat die Versammlung vieler Personen z.B. im Vergleich zu einzelnen, aufeinanderfolgenden Treffen von Einzelnen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*In einer Versammlung zirkuliert zwangsläufig Wissen, indem es von Person zu Person weitergegeben, transformiert oder verstärkt wird. Ist eine Versammlung deshalb immer ein Diskurs? Warum? Warum nicht? Welcher Diskusbegriff liegt dieser Vorstellung zugrunde? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der Raum/das Setting der Versammlung bestimmt unter anderen Aspekten, ob und welches Wissen zur Zirkulation kommt. In einem Hörsaal sind beispielsweise bestimmte Formen der Versammlung nicht möglich, die eine Kneipe ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Wie kommt man von der offensichtlichen Feststellung, dass Versammlung für die Arbeit in und die Realisierung von Projekten notwendig ist (gemeinsame Wissensproduktion, Zuschauer, Interaktion, Alltagsexperten) zum Versammeln als Verfahren. Was kann dieses Verfahren leisten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Welche Rolle spielen Subjekt-Objekt-Beziehungen beim Versammeln: Wer handelt? Wer handelt bewusst so wie er handelt? Wie viele Subjekte gibt es? Wer hat welches Interesse? Gibt es Versammlungen in der Versammlung? Wie stellt sich eine Ordnung der Versammlung her bzw. wer stellt diese Ordnung her?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Welche Wege des Wissens gibt es vor, während und nach der Versammlung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Ein wichtiges Kriterium des Versammelns ist die zeitliche Begrenztheit. Im Gegensatz zum Sammeln, welches meist auf Dauerhaftigkeit, auf das Bewahren angelegt ist, wird bei einer Versammlung ist immer das Zusammenkommen und wieder Auseinandergehen impliziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Was ist der Gegenstand/Trigger der Versammlung? Warum kommen die TeilnehmerInnen überhaupt zusammen? Was ist das Verbindende zwischen den Subjekten/den Akteuren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Was ist zwischen den Akteuren der Versammlung. Hier könnte eventuell der Atmosphären-Begriff weiterführen. So stellt zum Beispiel Gernot Böhme fest, dass man in Atmosphären hineingerät und sie somit nichts Individuelles, Subjektives sind. (Vgl. Böhme 2001: 47) Auf die Versammlung übertragen würde es bedeuten, das der Charakter der Veranstaltung maßgeblich durch die An- und auch Abwesenheit von Personen, Dinge, Materialien etc. bestimmt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Daraus folgt die Frage nach den Dynamiken des Versammelns: Was bestimmt die Handlung der Einzelnen und der Gruppe? Der Groove? Der Schwarm? Die Demokratie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Begriffsklärung==&lt;br /&gt;
*Was passiert wenn die Sammlung zur Versammlung wird: Was bedeutet das „Ver-“ Oft steht die Vorsilbe &amp;quot;Ver-&amp;quot; dafür, dass sich etwas zerstreut, auseinandergeht und ist in vielen Wörtern auch negativ konnotiert, z.B. verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist Versammeln als Tätigkeit immer reflexiv? Kann eine Person etwas versammeln ohne Teil der Versammlung zu sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliographie==&lt;br /&gt;
Böhme, Gernot (2001). Aisthetik. Vorlesungen über Ästhetik als allgemeine Wahrnehmungslehre. München, Wilhelm Fink.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina Böttger</name></author>	</entry>

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